Druck

Branchendaten Druckindustrie

Branchendaten Druckindustrie

Beschäftigungsentwicklung weiterhin rückläufig

Der Arbeitsplatzabbau in der Druckindustrie hat sich verlangsamt: Während die vom Statistischen Bundesamt erfasste Anzahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten im Jahresmittel auf 702 stieg, sank die Zahl der Beschäftigten unter die Marke von 70.000. Damit waren in der Branche im vergangenen Jahr 0,8 Prozent weniger beschäftigt als im in 2015.

Beschäftigungsentwicklung ver.di Beschäftigungsentwicklung

 

Werte entsprechen dem Jahresmittel. (Quelle:Beschäftigungsstatistik des statistischen Bundesamtes in Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten der Reihe „fachliche Betriebsteile“.)

Beschäftigte (Agentur für Arbeit) ver.di Beschäftigte (Agentur für Arbeit)

 

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt (Quelle: Agentur für Arbeit, WZ 2008) Wirtschaftsklasse 181.

Branchenumsatz sinkt weniger stark

Während der Realumsatz (= preisbereinigter Umsatz) im Jahr 2015 noch um 2,0 Prozent sank, betrug der Rückgang 2016 nur noch 1,3 Prozent.  Auch der Rückgang des Nominalumsatzes (= verbuchte Einnahmen der Unternehmen) halbierte sich von 2,9 Prozent in 2015 auf 1,4 Prozent in 2016.

Umsatzentwicklung ver.di Umsatzentwicklung

Prozentuale Veränderung der Realumsätze (= preisbereinigte Umsätze)  und der Nominalumsätze (= verbuchte Einnahmen der Unternehmen) gegenüber dem Vorjahr.
(Quelle: Statistisches Bundesamt, Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten der Reihe „fachliche Betriebsteile“.)



Produktionsmenge gesunken –Produktpreise stabil

Zum wiederholten Mal ist die Produktionsmenge der Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten in der Branche gesunken. Die Mengenreduzierung bei Druckprodukten belief sich im Jahr 2016 auf 2,5 Prozent und liegt damit erneut deutlich unter dem Vorjahreswert.

Trotz der zurückgehenden Mengen gelang es den Unternehmen im vergangenen Jahr allerding die Preise für Druckprodukte am Markt nahezu stabil zu halten: Im Mittelwert sank der Preisindex lediglich um 0,1 Prozent.

Produktions- und Preisentwicklung ver.di Produktions- und Preisentwicklung

Index der Produktionsmenge  und der Erzeugerpreise
(Quelle: Statistisches  Bundesamt, Produktionsindex für das Verarbeitende Gewerbe   und Erzeugerpreisindex)



 

Produktivität im Minus

Vergleicht man die Entwicklung der Produktionsmenge (Produktionsindex) mit der Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden erhält man eine Aussage zur Arbeitsproduktivität.[i] Diese ist im vergangenen Jahr stark um 3,4 Prozent gesunken.
Obwohl die geleisteten Arbeitsstunden im Jahr 2016 laut Statistik um 1,0 Prozent angestiegen sind, sank die Produktionsmenge um 2,5 Prozent. Diese gegenläufige Entwicklung führt zu einem Einbruch der Produktivität.

 

Produktivitätsentwicklung ver.di Produktivitätsentwicklung

Prozentuale Veränderung der Produktivität (arbeitstäglich bereinigt) gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum (Quelle: Statistisches Bundesamt und eigene Berechnungen)

Exportquote leicht gesunken

Im Jahr 2016 lag der Anteil des Umsatzes (nominal) der im Ausland erwirtschaftet wurde bei 14,9 Prozent. Damit ist die Exportquote im Vergleich zum Vorjahr um einen halben Prozentpunkt gesunken.

* Methodische Hinweise (1): a) Für diese Wirtschaftsinformationen und die zugrunde gelegten Tabellen und Berechnungen verwendet ver.di öffentlich zugängliche Rohdaten des statistischen Bundesamtes. Die Anzahl der Betriebe, Beschäftigtenzahlen und Umsätze kommen dabei aus der Tabelle „fachliche Betriebsteile“. In dieser ist eine höhere Zahl von Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten erfasst als in der Tabelle „Betriebe“, da hier z.B. auch Zeitungsdruckereien als Betrieb gezählt werden, die nur eine Abteilung eines Verlagshauses sind. Die Tabelle „Betriebe“ und die dortigen Angaben zu Umsatz- und Beschäftigtenzahlen werden zusätzlich verwendet, weil diese detailliertere Angaben liefert als die Statistik der „fachlichen Betriebsteile“ – insbesondere zu Beschäftigtenstunden und zur Lohn- und Gehaltssumme.

b) Im Jahr 2008 wurde die Wirtschaftsklassensystematik der amtlichen Statistik stark verändert. Das statistische Bundesamt liefert auf dieser veränderten Basis rückgerechnete Werte bis zum Jahr 2005, die auch längerfristige Betrachtungen ermöglichen. Da in der amtlichen Wirtschaftsstatistik aber nur noch Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten erfasst werden (aufgrund eines „Bürokratieabbaus“ wurden Betriebe mit 20 bis 50 Beschäftigten von der Pflicht befreit, den Statistikämtern Daten zu liefern), spiegeln die Werte nur etwa die Hälfte der Branche wieder. ver.di verzichtet – anders als Arbeitgeberveröffentlichungen – aber darauf, die Umsatzsteuerstatistik zugrunde zu legen. Diese könnte zwar genauere Werte zum Umsatz liefern, da hier alle steuerpflichtigen Umsätze aller Unternehmen erfasst werden. Allerdings hat diese Statistik mehrere Nachteile: Sie wird zum einen nur mit großer zeitlicher Verzögerung veröffentlicht, was zur aktuellen Entwicklung lediglich Schätzungen erlaubt. Zum zweiten beruht sie auf einer anderen, weniger tief gehenden Wirtschaftsklassensystematik, die die Verwendung dieser Werte mit Bezügen zu den für diese Wirtschaftsinformationen wichtigen Werten der anderen genannten Tabellen (z.B. Beschäftigtenzahlen, Arbeitsstunden) unmöglich macht.

[1] (2): In einem Expertengespräch mit dem bvdm im Juni 2011 kritisierte die Arbeitgeberseite, dass ver.di bei der Berechnung der Produktivität eine absolute Zahl (geleistete Arbeitsstunden) in Beziehung setzt zu einer Indexzahl (Produktionsmenge). Hintergrund dieses Vorgehens ist, dass das statistische Bundesamt den früher erstellten Arbeitsstundenindex nicht mehr liefert. Der Bundesfachbereich ist aber der Ansicht – auch nach Diskussion der Arbeitgeberkritik mit der volkswirtschaftlichen Abteilung von ver.di –, dass die branchenbezogene Produktivitätsberechnung dennoch möglich ist, da nur die jeweiligen prozentualen Veränderungsraten der Werte in Beziehung gesetzt werden und nicht die Werte an sich. In Zusammenarbeit mit der volkswirtschaftlichen Abteilung von ver.di wurde jedoch im September 2011 die Berechnungsmethode präzisiert.

***(3): Im August 2014 veränderte die Bundesagentur für Arbeit ihre Statistik zu den Beschäftigungsverhältnissen. Wegen einer genaueren Einbeziehung des Beginns und Endes von Arbeitsverhältnissen sowie einer Erweiterung des erfassten Personenkreises führte dies zu höheren Beschäftigtenzahlen als in früheren Statistiken. Deshalb ist bis Mitte 2015 damit zu rechnen, dass die Zahlen des Arbeitsplatzabbaus tendenziell etwas niedriger sind, als ohne die statistische Änderung.