Druck

Branchendaten Druckindustrie

Branchendaten Druckindustrie

Stand Dezember 2017

Differenzierte Beschäftigungsentwicklung

Die Beschäftigungsentwicklung in der Druckindustrie zeigt ein differenziertes Bild: Die vom Statistischen Bundesamt erfasste Anzahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten blieb im Jahresmittel unverändert bei 702. Die Zahl der Beschäftigten stieg erstmals seit 2012 wieder an. Damit verzeichnet die Branche nach der amtlichen Statistik erstmals seit vielen Jahren einen positiven Trend, nämlich 0,9 Prozent mehr Beschäftigte als in 2016. Ob sich diese Entwicklung verfestigt und durch die Erhebungen der Agentur für Arbeit bestätigt wird, bleibt abzuwarten.

Beschäftigungsentwicklung ver.di Beschäftigungsentwicklung  – Werte entsprechen dem Jahresmittel. (Quelle:Beschäftigungsstatistik des statistischen Bundesamtes in Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten der Reihe "fachliche Betriebsteile".)

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt allerdings noch einen - wenn auch verlangsamten - Arbeitsplatzrückgang. In dieser Statistik, die alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Druckindustrie erfasst und damit auch die kleineren Betriebe berücksichtigt, waren zum Stichtag 30.06.2017 133.567 Beschäftigte erfasst. Das sind 1.921 bzw. 1,4 Prozent weniger als im Juni 2016***.

Beschäftigte (Agentur für Arbeit) ver.di Beschäftigte (Agentur für Arbeit)  – Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt (Quelle: Agentur für Arbeit, WZ 2008) Wirtschaftsklasse 181.

Branchenumsatz nahezu unverändert

Während der Realumsatz (= preisbereinigter Umsatz) in den Jahren 2015 und 2016 sank, ist 2017 ein leichter Zuwachs von 0,1 Prozent festzustellen. Auch der Nominalumsatz 2017(= verbuchte Einnahmen der Unternehmen) hat sich im Vergleich zu den beiden Vorjahren erholt und sank leicht um lediglich 0,2 Prozent.

Umsatzentwicklung ver.di Umsatzentwicklung  – Prozentuale Veränderung der Realumsätze (= preisbereinigte Umsätze) und der Nominalumsätze (= verbuchte Einnahmen der Unternehmen) gegenüber dem Vorjahr. (Quelle: Statistisches Bundesamt, Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten der Reihe "fachliche Betriebsteile".)

Stabilisierung auch bei der Produktionsmenge und den Verkaufspreisen

Der seit 2014 anhaltende Rückgang der Produktionsmenge der Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten in der Branche hat sich deutlich verlangsamt: Die Mengenreduzierung bei Druckprodukten belief sich im Jahr 2017 auf 0,4 Prozent und ist damit erfreulicher als in den Vorjahren.
Auch die Preise für Druckprodukte konnten im Mittelwert im Jahr 2017 nahezu gehalten werden. Der Preisindex sank nur leicht um 0,3 Prozent.

Produktions- und Preisentwicklung ver.di Produktions- und Preisentwicklung  – Index der Produktionsmenge und der Erzeugerpreise (Quelle: Statistisches Bundesamt, Produktionsindex für das Verarbeitende Gewerbe und Erzeugerpreisindex)

 

Kein Absinken bei der Arbeitsproduktivität

Zieht man einen Vergleich der Entwicklung der Produktionsmenge (Produktionsindex) und der Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden erhält man eine Aussage zur Arbeitsproduktivität.[i] Diese ist im vergangenen Jahr unverändert geblieben.
Dies ist dadurch zu erklären, dass sowohl die geleisteten Arbeitsstunden als auch die Produktionsmenge laut Statistik im Jahr 2017 jeweils um 0,3 Prozent gesunken sind.

 

 

Produktivitätsentwicklung ver.di Produktivitätsentwicklung  – Prozentuale Veränderung der Produktivität (arbeitstäglich bereinigt) gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum (Quelle: Statistisches Bundesamt und eigene Berechnungen)

Exportquote leicht gestiegen

Im Jahr 2017 lag der Anteil des Umsatzes (nominal) der im Ausland erwirtschaftet wurde bei 15,4 Prozent. Damit ist die Exportquote im Vergleich zum Vorjahr um einen halben Prozentpunkt gestiegen.



* Methodische Hinweise (1): a) Für diese Wirtschaftsinformationen und die zugrunde gelegten Tabellen und Berechnungen verwendet ver.di öffentlich zugängliche Rohdaten des statistischen Bundesamtes. Die Anzahl der Betriebe, Beschäftigtenzahlen und Umsätze kommen dabei aus der Tabelle „fachliche Betriebsteile“. In dieser ist eine höhere Zahl von Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten erfasst als in der Tabelle „Betriebe“, da hier z.B. auch Zeitungsdruckereien als Betrieb gezählt werden, die nur eine Abteilung eines Verlagshauses sind. Die Tabelle „Betriebe“ und die dortigen Angaben zu Umsatz- und Beschäftigtenzahlen werden zusätzlich verwendet, weil diese detailliertere Angaben liefert als die Statistik der „fachlichen Betriebsteile“ – insbesondere zu Beschäftigtenstunden und zur Lohn- und Gehaltssumme.

b) Im Jahr 2008 wurde die Wirtschaftsklassensystematik der amtlichen Statistik stark verändert. Das statistische Bundesamt liefert auf dieser veränderten Basis rückgerechnete Werte bis zum Jahr 2005, die auch längerfristige Betrachtungen ermöglichen. Da in der amtlichen Wirtschaftsstatistik aber nur noch Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten erfasst werden (aufgrund eines „Bürokratieabbaus“ wurden Betriebe mit 20 bis 50 Beschäftigten von der Pflicht befreit, den Statistikämtern Daten zu liefern), spiegeln die Werte nur etwa die Hälfte der Branche wieder. ver.di verzichtet – anders als Arbeitgeberveröffentlichungen – aber darauf, die Umsatzsteuerstatistik zugrunde zu legen. Diese könnte zwar genauere Werte zum Umsatz liefern, da hier alle steuerpflichtigen Umsätze aller Unternehmen erfasst werden. Allerdings hat diese Statistik mehrere Nachteile: Sie wird zum einen nur mit großer zeitlicher Verzögerung veröffentlicht, was zur aktuellen Entwicklung lediglich Schätzungen erlaubt. Zum zweiten beruht sie auf einer anderen, weniger tiefgehenden Wirtschaftsklassensystematik, die die Verwendung dieser Werte mit Bezügen zu den für diese Wirtschaftsinformationen wichtigen Werten der anderen genannten Tabellen (z.B. Beschäftigtenzahlen, Arbeitsstunden) unmöglich macht.

[i] (2): In einem Expertengespräch mit dem bvdm im Juni 2011 kritisierte die Arbeitgeberseite, dass ver.di bei der Berechnung der Produktivität eine absolute Zahl (geleistete Arbeitsstunden) in Beziehung setzt zu einer Indexzahl (Produktionsmenge). Hintergrund dieses Vorgehens ist, dass das statistische Bundesamt den früher erstellten Arbeitsstundenindex nicht mehr liefert. Der Bundesfachbereich ist aber der Ansicht – auch nach Diskussion der Arbeitgeberkritik mit der volkswirtschaftlichen Abteilung von ver.di –, dass die branchenbezogene Produktivitätsberechnung dennoch möglich ist, da nur die jeweiligen prozentualen Veränderungsraten der Werte in Beziehung gesetzt werden und nicht die Werte an sich. In Zusammenarbeit mit der volkswirtschaftlichen Abteilung von ver.di wurde jedoch im September 2011 die Berechnungsmethode präzisiert.

***(3): Im August 2014 veränderte die Bundesagentur für Arbeit ihre Statistik zu den Beschäftigungsverhältnissen. Wegen einer genaueren Einbeziehung des Beginns und Endes von Arbeitsverhältnissen sowie einer Erweiterung des erfassten Personenkreises führte dies zu höheren Beschäftigtenzahlen als in früheren Statistiken. Deshalb ist bis Mitte 2015 damit zu rechnen, dass die Zahlen des Arbeitsplatzabbaus tendenziell etwas niedriger sind, als ohne die statistische Änderung.