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Mindestlohn für Zeitungszusteller/innen

Mindestlohn für Zeitungszusteller/innen

Der gesetzliche Mindestlohn gilt nun auch in voller Höhe für Zeitungszusteller/innen

Bislang gab es Ausnahmen vom Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von zunächst 8,50 €: Zusteller/innen, die ausschließlich Zeitungen oder Anzeigenblätter (mit redaktionellem Inhalt!) trugen, erhielten

  • ab 1.1.2015 6,38 €/Std.
  • ab 1.1.2016 7,23 €/Std. und
  • ab 1.1.2017 8,50 €/Std. – zu diesem Zeitpunkt war der volle gesetzliche Mindestlohn bereits auf 8,84 €/Std. angehoben worden.

Zeitungszusteller/innen, die nur Zeitungen oder Anzeigenblätter tragen, sind also erst seit 1.1.2018 allen anderen Arbeitnehmer/innen gleichgestellt – und haben seither Anspruch auf einen Mindestlohn in Höhe von 8,84 €/Std.

Es gibt leider viele Strategien und Versuche der Arbeitgeber den Mindestlohn zu umgehen oder an anderer Stelle Geld einzusparen. Beispielhaft sei hier genannt:

Manche Arbeitgeber versuchten z.B. Zusteller/innen dazu zu drängen, neue Arbeitsverträge zu unterschreiben und so eine schlechtere Entlohnung durchzusetzen, indem etwa der Nachtzuschlag abgesenkt wird.

Oder es werden zu knappe Zeiten als Normalleistung festgelegt.

Und dann wiederum wurden teilweise die Zustellzeiten nach hinten geschoben um gar keinen Nachtzuschlag mehr zahlen zu müssen.

Es gab und gibt keinen Grund, einen neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Wer es dennoch tun will, sollte sich zuvor dringend von einem/r Anwalt/Anwältin oder von ver.di beraten lassen.