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Druckerei Schreckhase vor dem Aus?

Druckerei Schreckhase vor dem Aus?

11.09.2017 - Im Insolvenzverfahren bei der Druckerei Schreckhase im nordhessischen Spangenberg ist es nicht gelungen, einen Investor zu finden, der den Betrieb fortführt. Die Schließung ist damit sehr wahrscheinlich, 172 Arbeitsplätze fallen dann weg.

Dem Vernehmen nach gibt es zwar einen Interessenten für die Übernahme, der auch die gesamte Belegschaft weiter beschäftigt hätte. Doch offenbar haben einige Hauptgläubiger das Angebot abgelehnt, da ein Verkauf des modernen Maschinenparks einen höheren Erlös verspricht. Maßgeblich verantwortlich für die Entscheidung zur Abwicklung des Betriebs soll die Firma SüdLeasing aus Stuttgart sein, eine 100%-Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Größte Träger der LBBW sind der Sparkassenverband, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart.

„Wenn diese Informationen zutreffen, ist ein weitgehend in öffentlichem Besitz befindliches Unternehmen verantwortlich für die Vernichtung von zahlreichen qualifizierten Arbeitsplätzen im strukturschwachen Nordhessen,“ sagt Manfred Moos vom Fachbereich Medien der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft in Hessen. Dabei gehe es nicht um Riesensummen. „Es soll sich um eine Differenz von weniger als zwei Millionen Euro handeln, an der die Übernahme des Betriebes durch einen Investor nun scheitert“, so Moos. ver.di fordere deshalb alle Beteiligten und auch die Politik in Hessen auf, noch einmal alles für eine Rettung des hochmodernen Betriebes zu tun.

„Es ist schon ein krasses Missverhältnis, wenn bei einem Insolvenzantrag wie bei der Air Berlin kurzfristig vom Bund 150 Millionen zur Überbrückung bereitgestellt werden, im Fall Schreckhase aber 172 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit gehen sollen, weil sich niemand zur Unterstützung bereitfindet,“ erklärt Manfred Moos. ver.di fordere deshalb auch die hessische Landesregierung auf, sich schnell in die Rettungsbemühungen einzuschalten. Denkbar sei insbesondere eine Bürgschaft oder eine andere Form von Unterstützung durch landeseigene Institute. Die Gewerkschaft werde deshalb auch den hessischen Wirtschaftsminister um Unterstützung bitten.

„Vielleicht kann Schwarz-Grün in Hessen auch Grün-Schwarz in Baden-Württemberg veranlassen, die Landesbank Baden-Württemberg an die soziale Verantwortung öffentlicher Unternehmen zu erinnern,“ regt ver.di an.

Betroffen von einer Schließung sind 151 Mitarbeiter von Werbedruck GmbH Horst Schreckhase und weitere 21 des Schwesterunternehmens Horst Schreckhase GmbH und Co. KG.

In der Druckerei werden seit 1971 Zeitschriften, Broschüren, Werbedrucksachen und Kalender hergestellt. 2012 tätigte Schreckhase Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe, um das Familienunternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Es ist den Inhabern aber nicht gelungen, über eine adäquate Preisgestaltung die Investitionen zu refinanzieren. Insbesondere die Tätigkeit als Auftragsdruckerei für sogenannte Internet-Druckereien hat sich offenbar als defizitär erwiesen. Auch der Verzicht der Belegschaft auf Jahresleistung und Urlaubsgeld in dem nicht tarifgebundenen Betrieb ging ins Leere.


Spangenberg/Frankfurt am Main, 11. September 2017. Im Insolvenzverfahren bei der Druckerei Schreckhase im nordhessischen Spangenberg ist es nicht gelungen, einen Investor zu finden, der den Betrieb fortführt. Die Schließung ist damit sehr wahrscheinlich, 172 Arbeitsplätze fallen dann weg.

Dem Vernehmen nach gibt es zwar einen Interessenten für die Übernahme, der auch die gesamte Belegschaft weiter beschäftigt hätte. Doch offenbar haben einige Hauptgläubiger das Angebot abgelehnt, da ein Verkauf des modernen Maschinenparks einen höheren Erlös verspricht. Maßgeblich verantwortlich für die Entscheidung zur Abwicklung des Betriebs soll die Firma SüdLeasing aus Stuttgart sein, eine 100%-Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Größte Träger der LBBW sind der Sparkassenverband, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart.

„Wenn diese Informationen zutreffen, ist ein weitgehend in öffentlichem Besitz befindliches Unternehmen verantwortlich für die Vernichtung von zahlreichen qualifizierten Arbeitsplätzen im strukturschwachen Nordhessen,“ sagt Manfred Moos vom Fachbereich Medien der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft in Hessen. Dabei gehe es nicht um Riesensummen. „Es soll sich um eine Differenz von weniger als zwei Millionen Euro handeln, an der die Übernahme des Betriebes durch einen Investor nun scheitert“, so Moos. ver.di fordere deshalb alle Beteiligten und auch die Politik in Hessen auf, noch einmal alles für eine Rettung des hochmodernen Betriebes zu tun.

„Es ist schon ein krasses Missverhältnis, wenn bei einem Insolvenzantrag wie bei der Air Berlin kurzfristig vom Bund 150 Millionen zur Überbrückung bereitgestellt werden, im Fall Schreckhase aber 172 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit gehen sollen, weil sich niemand zur Unterstützung bereitfindet,“ erklärt Manfred Moos. ver.di fordere deshalb auch die hessische Landesregierung auf, sich schnell in die Rettungsbemühungen einzuschalten. Denkbar sei insbesondere eine Bürgschaft oder eine andere Form von Unterstützung durch landeseigene Institute. Die Gewerkschaft werde deshalb auch den hessischen Wirtschaftsminister um Unterstützung bitten.

„Vielleicht kann Schwarz-Grün in Hessen auch Grün-Schwarz in Baden-Württemberg veranlassen, die Landesbank Baden-Württemberg an die soziale Verantwortung öffentlicher Unternehmen zu erinnern,“ regt ver.di an.

Betroffen von einer Schließung sind 151 Mitarbeiter von Werbedruck GmbH Horst Schreckhase und weitere 21 des Schwesterunternehmens Horst Schreckhase GmbH und Co. KG.

In der Druckerei werden seit 1971 Zeitschriften, Broschüren, Werbedrucksachen und Kalender hergestellt. 2012 tätigte Schreckhase Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe, um das Familienunternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Es ist den Inhabern aber nicht gelungen, über eine adäquate Preisgestaltung die Investitionen zu refinanzieren. Insbesondere die Tätigkeit als Auftragsdruckerei für sogenannte Internet-Druckereien hat sich offenbar als defizitär erwiesen. Auch der Verzicht der Belegschaft auf Jahresleistung und Urlaubsgeld in dem nicht tarifgebundenen Betrieb ging ins Leere.

Link zum ver.di-Landesfachbereich Hessen