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Palm-Gruppe setzt Beschäftigte des Wellpappewerks Gelsenkirchen …

Skandalöse Unternehmenswillkür

Palm-Gruppe setzt Beschäftigte des Wellpappewerks Gelsenkirchen überraschend vor die Tür

Mahnwache Wellpappewerk Gelsenkirchen Jürgen Seidel Mahnwache Wellpappewerk Gelsenkirchen

03.11.2016 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) verurteilt das Vorgehen der Palm-Gruppe und die angemeldete Insolvenz für das Wellpappewerk Gelsenkirchen scharf. Statt unter Beteiligung des Betriebsrates und persönlich in einer Versammlung über diesen Schritt zu informieren, wurden die Beschäftigten bereits am Montag und Dienstag (31. Oktober bzw. 1. November 2016) mit einem Brief per Boten informiert, dass das Werk geschlossen sei, sie von der Arbeit freigestellt seien und sich auf einer Handy-Nummer des Wachdienstes melden könnten, wenn sie persönliche Sachen aus dem Betrieb abholen wollten. Der Betriebsrat ist bis heute nicht informiert worden, der Zugang zum Werk wird den Beschäftigten verweigert. Diese wiederum halten seit Bekanntwerden der Insolvenz rund um die Uhr eine Mahnwache vor den Toren der Fabrik ab, um zu verhindern, dass Betriebsmittel abtransportiert und so die Insolvenzmasse geschmälert wird.

„Dieses verantwortungslose Verhalten stellt einen unglaublichen Vorgang dar", sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. „Die Palm-Gruppe ist der zweitgrößte Wellpappekonzern in Deutschland, der zuletzt durch millionenschwere Zukäufe seine Marktposition ausgebaut hat. Der Konzern verfügt über genügend Mittel, um ein Werk mit 96 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anständig zu behandeln und mit der Interessenvertretung nach Wegen zum Erhalt der Arbeitsplätze zu suchen. Hier liegt ein klarer Fall vor, ein Werk bewusst in die Insolvenz geführt zu haben. Dass der Gesellschafter, Geschäftsführer und Konzernchef Wolfgang Palm am Tag der Schließung des Werkes in Gelsenkirchen die Belegschaft eines anderen Werkes in Monheim darüber informiert und keine Versammlung der betroffenen Beschäftigten in Gelsenkirchen einberuft, ist schlechter Stil und eine maßlose Geringschätzung der Beschäftigten. Herr Palm ist nicht nur Gesellschafter eines international agierenden Wellpappekonzerns, sondern Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Deutscher Papierfabriken, der während seiner Funktion als Präsident dieses Verbandes und während seiner Mitgliedschaft im Präsidium des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) 2010 das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen hat. Offensichtlich sind Herrn Palm ethische Grundsätze wie Offenheit, Gradlinigkeit, Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit und Fairness, für die er sich selber gerne rühmt, abhanden gekommen.“

ver.di steht an der Seite der 96 Beschäftigten und ihrer Familien und wird alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um für den Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen.

Bericht in der WAZ zum Insolvenzantrag

Bericht in der WAZ zur Mahnwache

Heute am 3. November findet um 13.30 Uhr eine Informationsveranstaltung u.a. mit dem Insolvenzverwalter statt. Dafür hat die Stadt Räume im Wissenschaftspark, Munscheidstr. 14, 45886 Gelsenkirchen, bereit gestellt.