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Quartalsberichte zur Medienwirtschaft

Quartalsberichte zur Medienwirtschaft

 

Oktober bis Dezember 2018

Branchenübersicht - 90 Prozent sind online

 

Im Vergleich zum Vorjahr sind 2018 eine Million Internetnutzer neu dazu gekommen. Auch deshalb ist das Internet inzwischen der stärkste Werbeträger geworden. Auf dem Zeitungsmarkt ist die Vielfalt weiter gesunken, bei Publikumszeitschriften sind etliche große Titel verkauft worden. Der Buchumsatz hat 2018 stagniert, aber bei E-Büchern deutet sich eine Trendwende nach oben an. Die Werbeerlöse beim Fernsehen sind erstmals seit langer Zeit nicht mehr gewachsen. Derweil untergraben Online-Streamingportale die etablierten Geschäftsmodelle in zahlreichen Medienbranchen: Fernsehen, Hörfunk, Filmwirtschaft, Kinos und Bücher.

 

 


Konzernübersichten - Friede Springer ordnet ihr Erbe

 

Bei Springer hat es einen Anteilstausch an der Spitze des Unternehmens gegeben. Die Geschäftszahlen des Konzerns können sich sehen lassen. Bei Bertelsmann wird die Bilanz durch RTL Deutschland belastet. ProSiebenSat.1 leidet am stärksten unter einem Absturz des Aktienkurses und gerät in die Gefahr einer feindlichen Übernahme. Holtzbrinck hat 2017 mehr Umsatz gemacht, aber weniger Profit eingestrichen. Madsack hat das Geschäftsjahr 2017 „erfolgreich“ abgeschlossen, Ganske hingegen verbuchte einen Verlust.

 

 


Übernahmen und Beteiligungen: Von ADVO bis ZDF


Im Oktober, November und Dezember 2018 wurden 35 Übernahmen, Beteiligungen und Gründungen von Gemeinschaftsunternehmen bekannt, bei denen deutsche Medienunternehmen als Akteure auftraten. Neben kleineren Deals gab es etliche bedeutende. Dazu zählen der Mehrheitserwerb an der brasilianischen Campanhia das Letras durch Bertelsmann, der Verkauf der Berliner Synchron nach Schweden, der Verkauf der Cinestar-Kinokette an Vue Entertainment und der Verkauf von Bauers gesamten Aktivitäten in Tschechien und der Slowakei an den Oligarchen und tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš.

 

Juli bis September 2018


Branchenübersicht - Streaming dominiert den Musikmarkt


Das Streaming, d. h. der Direktkonsum von Medieninhalten aus dem Internet, stellt in immer mehr Branchen die etablierten Geschäftsmodelle infrage. Auf dem Musikmarkt ist es zum führenden Vertriebsweg geworden, aber auch Fernsehsender, Videoportale, Filmtheater und Buchverlage sehen sich mit Herausforderungen konfrontiert, auf die sie kaum vorbereitet sind. Vor diesem Hintergrund haben die Umsätze in der Werbewirtschaft und in den meisten Medienbranchen stagniert oder sind geschrumpft. Nur die Onlinewerbung wächst weiterhin kräftig.

 

 


Konzernübersichten - Burda im Höhenflug

Der Burda-Konzern hat seinen Umsatz 2017 um 18,4 Prozent steigern können. Auch bei Springer und Bertelsmann hat es ein Wachstum gegeben, ProSiebenSat.1 ist wegen des Verkaufs von Tochterfirmen geschrumpft. ARD und ZDF müssen sich mit einem enger werden Finanzrahmen abfinden, weil die Politik das so will. DuMont muss 16 Millionen Strafe zahlen. Und die Kirch-Pleite aus dem Jahr 2002 ist nach 16 Jahren abgeschlossen worden.

 

 


Übernahmen und Beteiligungen: Von Aufbau bis Zumper

Zwischen Juli und September 2018 wurden 41 Übernahmen, Beteiligungen und Gründungen von Gemeinschaftsunternehmen bekannt, bei denen deutsche Medienunternehmen als Akteure auftraten. Neben kleineren Deals gab es etliche bedeutende. Dazu zählen die Übernahme des Audio-Verlags durch Bertelsmann, zweier Radiobetreiber in England und Schweden durch Bauer und der Verkauf von sechs Frauenzeitschriften des Jahreszeiten-Verlags an Klambt. Burda will zusammen mit Noweda eine neue Apothekenzeitschrift starten.

 

April bis Juni 2018


 
Branchenübersicht - Ein neues Kabel-Monopol


Die geplante Fusion von Unitymedia mit Kabel Deutschland wird in der Telekombranche ein neues gefährliches Monopol schaffen. Auch auf dem Zeitungsmarkt hat der Konzentrationsgrad zugenommen – durch Übernahmen von Verlagen ebenso wie durch die Fusion von Redaktionen. Auf dem Buchmarkt schrumpfen die Umsätze leicht. Bedenklich ist hier aber vor allem, dass die Zahl der Buchleser deutlich abnimmt. In der Videobranche gibt es neue Versuche, ein massentaugliches Streamingportal als Alternative zu Netflix und Amazon Prime zu schaffen.

 

 


Konzernübersichten - Börsenflop bei Springer Nature

Der geplatzte Börengang von Springer Nature bedeutet vor allem für die Verlagsgruppe von Holtzbrinck einen Tiefschlag. Bei den drei größten Medienkonzernen Bertelsmann, ProSiebenSat.1 und Axel Springer hat es im ersten Quartal 2018 leichte Zuwächse beim Umsatz gegeben – zumindest wenn man die Währungseffekte herausrechnet. P7S1 und Bertelsmann-Arvato streichen Arbeitsplätze. ARD und ZDF haben zwei Konfliktfelder mit Kompromissen befriedet, sehen sich aber mit Sparforderungen konfrontiert. Auch die politische Großwetterlage in Europa entwickelt sich für sie eher ungünstig.  

 

 


Übernahmen und Beteiligungen: Von Ambassador bis Weka

Zwischen April und Juni 2018 wurden 35 Übernahmen, Beteiligungen und Gründungen von Gemeinschaftsunternehmen bekannt, an denen deutsche Medienunternehmen als Akteure auftraten. Neben kleineren Deals gab es etliche bedeutende. Dazu zählen der Mehrheitserwerb beim brasilianischen „Affero Lab“ durch Bertelsmann, die Übernahme des „Bonner Generalanzeigers“ durch die „Rheinische Post“ und der „Wetzlarer Neuen Zeitung“ durch die VG Rhein-Main. Auch der Verkauf der Telepool von BR und MDR an zwei Investoren hat Aufmerksamkeit erregt.

 

 

Januar bis März 2018
 

Branchenübersicht - Gutes von der Grosso-Front


Beim Pressevertrieb hat es einen Kompromiss zwischen den Großkonzernen und dem Grossoverband gegeben; das Vertriebssystem bleibt damit vorerst erhalten. Auf dem hessischen Zeitungsmarkt sind mit dem Verkauf der „Frankfurter Rundschau“ und der „Frankfurter Neuen Presse“ an Ippen neue Fakten geschaffen worden. Die Umsätze mit Publikums- und Fachzeitschriften haben auf Vorjahresniveau gelegen. Auf dem Markt für Fernsehkabel droht ein Monopol: Kabel Deutschland und Unity Media wollen fusionieren. Das Kinogeschäft ist 2017 besser gelaufen als 2016, aber nicht so gut wie 2015. Das Online-Werbegeschäft wächst weiter.

 

 


Konzernübersichten - P7S1 gebiert Nucom

Bertelsmann und Axel Springer haben im vergangenen Jahr höhere Umsätze und Profite erzielt und fleißig neue Unternehmen gekauft. Für ProSiebenSat.1 gilt zwar das gleiche, dort musste aber beim dynamischsten Bereich, den Digitalplattformen, ein Finanzinvestor hereingeholt werden. Offenbar hat man nicht genug Geld, um dort die Entwicklung voranzutreiben. Burda hat sich 2017 zum viertgrößten deutschen Medienkonzern gemausert. Bauer und Funke haben Geschäftszahlen für 2016 veröffentlicht. Bei beiden gab es ein leichtes Umsatzminus. Der Wissenschaftsverlag Springer Nature, an dem die VG von Holtzbrinck die Mehrheit hält, will an die Börse gehen.

  

 

 


Übernahmen und Beteiligungen: Von Academia bis Zerotwonine

Zwischen Januar und März 2018 wurden 40 Übernahmen, Beteiligungen und Gründungen von Gemeinschaftsunternehmen bekannt, an denen deutsche Medienunternehmen als Akteure auftraten. Davon gingen sechs auf das Konto von Bertelsmann. Neben kleineren Deals gab es etliche bedeutende. Dazu zählen die Übernahme des US-Buchverlags „Rodale“ durch Bertelsmann, der Komplettübernahme des Online-Erotikversands „Amorelie“ durch P7S1, der Verkauf der „Lausitzer Rundschau“ an die Neue Pressegesellschaft sowie der „Frankfurter Rundschau“ und der „Frankfurter Neuen Presse“ an Ippen, außerdem die Übernahme der „Brain Group“w durch Omnicom.