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MTV-Gespräche 2019 - Druckindustrie

MTV-Gespräche 2019 - Druckindustrie

ver.di verlangt Entlastung für ältere Beschäftigte und Schichtarbeiter*innen

Am 28.10. fand das zweite Treffen zum MTV zwischen ver.di und dem bvdm statt. ver.di hat bei diesem Treffen die nachfolgende und bereits schriftlich übermittelte Forderung zur Altersvorsorge bekräftigt. Danach sollen die Unternehmen einen Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersvorsorge von monatlich 100 Euro für jede*n Beschäftigte*n (Azubis 50 Euro) zahlen, der nicht an die Bedingung gebunden ist, dass die/der Beschäftigte selbst zusätzlich Beiträge einbringt.

Die Arbeitgeberforderungen zur einseitigen Verschlechterung des MTV lehnt ver.di weiterhin ab. Sie schaffen Unsicherheit und Unruhe in den Betrieben und lösen keine Probleme in der Branche. Opfergänge bei den Beschäftigten führen zu einem Anheizen der Lohn-Preis-Spirale und zu beschleunigtem Arbeitsplatzabbau. Angesichts eines verbreiteten Unterbietungswettbewerbs und des Altersdurchschnitts in der Druckindustrie sind folgende Regelungen modern und zukunftsorientiert:

  • Dem Preis- und Lohndumping in der Druckindustrie muss  entgegengewirkt und für ausgewählte Tarifregelungen die  Allgemeinverbindlichkeit beantragt werden.

  • Notwendig sind Instrumente, die den Beschäftigten einen vorzeitigen Ausstieg aus der Schichtarbeit und/oder aus der Erwerbsarbeit ermöglichen und Jüngeren attraktive Beschäftigungschancen eröffnen.

  • Dazu dienen ein Tarifvertrag zur Altersteilzeit mit einem Rechtsanspruch auf bis zu zehn Jahre verblockte Altersteilzeit und eine Aufstockung des Altersteilzeitentgeltes auf 85 Prozent

  • sowie ein Rechtsanspruch auf individuelle Arbeitszeitverkürzung und das Recht auf Ausstieg aus der Schichtarbeit,  beides mit 50 Prozent Lohnausgleich.

Der bvdm erklärte seine Verhandlungsbereitschaft unter der Bedingung, dass die ver.di-Forderungen kompensiert werden müssten.

Die Verhandlungen werden am 9.12.2019 in Berlin fortgesetzt.

 

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Hintergrundinformation:

Der bvdm hatte den Manteltarifvertrag in der Druckindustrie im Frühjahr 2018 zum 30.9.2018 gekündigt.

Mit dem Tarifabschluss am 3.5.2019 ist der MTV bis 30.4.2021 wieder unverändert in Kraft gesetzt worden. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass während der Laufzeit ergebnisoffen Verhandlungen zum Manteltarifvertrag zwischen ver.di und dem bvdm geführt werden.

Für den Fall, dass es zu keiner Verständigung über eine Neuregelung kommen sollte, ist die Nachwirkung des MTV für ver.di-Mitglieder ab dem 1.5.2021 auf jeden Fall sichergestellt.