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Augsburger Druck- und Verlagshaus kündigt alle Drucktarife

Augsburger Druck- und Verlagshaus kündigt alle Drucktarife

Mit Schreiben vom 25. Juni 2019 hat die Geschäftsführung alle bestehenden Tarifverträge zwischen dem Augsburger Druck- und Verlagshaus und ver.di Bayern zum 31.12.2019 gekündigt. Mit dieser Kündigung der Tarifverträge will die Geschäftsführung anscheinend versuchen, die Fehler und Versäumnisse der letzten Monate und Jahre wieder wettzumachen.


Was geht dieser Kündigung voraus?

Am 30.06.2018 endete der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung beim Augsburger Druck- und Verlagshaus, abgeschlossen zwischen dem Augsburger Druck- und Verlagshaus und ver.di. Bestandteil waren u. a. Beschäftigungssicherung, Schutz vor Ausgliederungen und die Absicherung des Drucktarifs in einem eigenen Haustarifvertrag. Im Gegenzug verzichteten die Kolleginnen und Kollegen auf erhebliche Teile der Jahresleistung und des Urlaubsgeldes.

Die Gespräche um eine Fortsetzung dieses Tarifvertrages zwischen der Geschäftsführung und ver.di endeten im Sommer 2018 ohne Ergebnis. Die Forderungen der GF waren aus Sicht der Beschäftigten zu hoch bzw. umfangreich.


Neue Geschäftsführung soll es richten!

Mit einer neuen Geschäftsführung wurden die Verhandlungen im November 2018 wieder aufgenommen. In einer Betriebsvereinbarung wurden die Auszahlungsmonate für die Jahresleistung 2018 auf die Auszahlungsmonate November 2018, Februar und März 2019 festgelegt. Als Arbeitnehmervertreter hatten wir die große Hoffnung zu einer Einigung zu gelangen. Die Gespräche liefen deutlich konstruktiver, als mit der bisherigen Geschäftsführung. Eine Einigung schien möglich. Doch dann war der neue Geschäftsführer plötzlich in der zweiten Januar-Hälfte 2019 nicht mehr da, die Verhandlungsfortschritte stockten und alles fing wieder von vorne an. Die Forderungen des Arbeitgebers wurden wieder hochgeschraubt. Die vorgesehenen Auszahlungsmonate Februar und März ließ der Arbeitgeber ohne Auszahlung an die Beschäftigten verstreichen. Nun mussten die Kolleginnen und Kollegen und ver.di handeln.

ver.di unterstützt Geltendmachungen und Forderungsklagen!
Wegen der Ausschlussfristen musste die Jahresleistung 2018 geltend gemacht und dann auch die Klagen beim Arbeitsgericht Augsburg eingeleitet werden. Die parallel laufenden Tarifverhandlungen um eine Verlängerung der Standort- und Beschäftigungssicherung mit der Arbeitgeberseite, brachte keine Einigung. Die Forderung des Arbeitgebers, die Verzichte von 75 Prozent rückwirkend ab 01.07.2018 in Kraft zu setzen, fand keine Zustimmung der Kolleginnen und Kollegen und ver.di.

Somit gelten aktuell uneingeschränkt die Tarifverträge der Druckindustrie beim Augsburger Druck- und Verlagshaus. Nach rund 10 Jahrren reduzierter Zahlungen, erhallten die Kolleginnen und Kollegen beim Augsburger Druck- und Verlagshaus wieder die vollen Sonderzahlungen.

 

Tarifverhandlungen bewusst scheitern lassen?
Nach dem Scheitern der Verhandlungen um eine neue Standort- und Beschäftigungssicherung und der Kündigung der kompletten Drucktarife durch die Geschäftsführung liegt die Vermutung nahe, dass dies so geplant wurde.

Stimmen aus der Belegschaft sind der Meinung, dass die Forderungen der Verzichte so hochgeschraubt wurden, um die Verhandlungen bewusst Scheitern lassen zu können. Dem kann man aus heutiger Sicht so nicht mehr widersprechen, so ver.di-Sekretär Rudi Kleiber.

Die Tarifverträge der Druckindustrie gelten für alle ver.di-Mitglieder nach dem Tarifvertragsgesetz zwingend bis zum 31.12.2019 fort.

Artikel übernommen von ver.di Augsburg kompakt: