Nachrichten

Sie meckern, schimpfen, drohen und toben . . .

Sie meckern, schimpfen, drohen und toben . . .

Angeblich sind sie ja völlig unbeeindruckt von den Streiks in Bayern, zu denen wir nunmehr seit Oktober 2018 zum Teil mehr als ein Dutzend Mal aufgerufen haben. Die Rede ist von den Verhandlungsführenden des Bundesverbands Druck und Medien (bvdm), die sich beim letzten Gespräch in kleiner Runde am 30.01. absolut unbeweglich zeigten. Die alten Positionen vom Verhandlungsende im November 2018 wurden lediglich wiederholt und wir alle wissen, dass die geforderten Verschlechterungen im Manteltarifvertrag (MTV) Altbeschäftigte und Neueingestellte finanziell empfindlich treffen würden.

Leider waren die Arbeitgeber auch nicht bereit, unabhängig vom MTV, wenigstens einen bundesweiten Lohnabschluss zu machen: „Das wäre vielleicht die letzte Gelegenheit, noch eine tarifpolitische Klammer für das ganze Bundesgebiet zu erreichen und damit wenigstens beim Entgelt gleiche Bedingungen in der Branche zu erhalten,“ so Christa Hasenmaile, Landesfachbereichsleiterin Medien, Kunst und Industrie bei ver.di in Bayern: „Wenigstens bei den Einkommen könnten die Arbeitgeber unter Beweis stellen, dass auch sie noch zu ihrer Verantwortung für den Flächentarif stehen.“

Regionalisierung der Tarifverhandlungen

Da eine Einigung auf Bundesebene immer unwahrscheinlicher wird, bleibt uns nur der Weg in die Länder – sprich: wenigstens für Bayern und bestenfalls auch für weitere Bundesländer soll der Flächentarif erhalten werden. Das ist der erklärte Wille und das Ziel aller Streikenden.

Mit zunehmender Dauer der Auseinandersetzung erleben viele von euch ihre Arbeitgeber ganz und gar nicht „unbeeindruckt“. Die Versuche, mit denen ihr von Arbeitsniederlegungen abgehalten werden sollt, werden immer massiver: mit Aushängen, Mitarbeiterversammlungen, Einzelgesprächen, offenen oder verdeckten Drohungen wird in vielen Betrieben das Grundrecht auf Streik angegriffen. Christa Hasenmaile: „Der Ton wird immer rauer. Manche Drohung geht schon deutlich in Richtung Nötigung, wenn es zum Beispiel heißt, wenn hier noch einmal gestreikt wird, dann verlassen wir den Tarif oder streichen eine Investition.“

 
Druckarbeitgeber wollen Belegschaften spalten und verunsichern – MTV bleibt ungelöst!

Die Ankündigung, dass der Arbeitgeberverband nun demnächst eine einseitige Empfehlung für eine Ent-gelterhöhung ausgeben wird, sollten wir alle gelassen sehen. Wenn die Arbeitgeber jetzt ohne tarifliche Vereinbarung 2,4 % auszahlen, sehen wir das als eine Art Anzahlung auf das, was wir fordern und verdient haben, nämlich den Schutz eines Manteltarifvertrages. Natürlich ist eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für viele von euch überfällig, dennoch wird mit 2,4 % für eine unbestimmte Laufzeit und den vielen Nullmonaten im Vorfeld, kein einziges Problem gelöst. Hasenmaile: „Für alle ist die Frage, was mit dem MTV passieren soll, wesentlich bedeutsamer.“

Es gibt zu der „Beruhigungspille“ von 2,4 % auch sehr entschiedene Rückmeldungen: „Solche Almosen sind eine Provokation für jedes Gewerkschaftsmitglied, das
zu Recht erwartet, dass seine Arbeitsbedingungen und sein Einkommen per Tarifvertrag zuverlässig geregelt werden.“
Den bayerischen Arbeitgeberverband (vdmb) haben wir inzwischen zum dritten Mal aufgefordert, mit uns für Bayern über die Wiederinkraftsetzung des MTV und eine tarifliche Lohnerhöhung von 5 Prozent zu sprechen. Bisher kam es nur zu einem informellen Gespräch, das keinerlei Fortschritte erkennen ließ. Man versteckt sich in Bayern bis heute hinter angeblichen Satzungshindernissen. Seltsam kommt uns dabei vor, dass wir diese Satzung trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu Gesicht bekommen: Die Arbeitgeberverbände sind eingetragene Vereine und ihre Satzung ist so was wie ein Staatsgeheimnis?

Letzte Meldung: mit Datum vom 6. Februar hat der vdmb auch unsere dritte Anfrage abgelehnt. Man stehe für regionale Verhandlungen nicht zur Verfügung, erneut mit dem Verweis auf Satzung und Beschlusslage. Schuld sind natürlich wir: dass die Verhandlungen nicht vorankommen, liege nur daran, dass wir, ver.di, „inhaltliche Reformen des Manteltarifvertrags grundsätzlich verweigern“


Wir richten uns auf eine lange Auseinandersetzung ein

In Kürze tagt unsere große ver.di-Tarifkommission Druck Bayern und wird über die weiteren Schritte und Strategien beraten. Wir werden dabei alles in Erwägung ziehen, was wir an Möglichkeiten haben – mit und ohne Arbeitgeberverbände, mit einer Urabstimmung und mit flexiblen Streiktaktiken.

Selbstverständlich ist es mehr als bedauerlich, dass die meisten Druckbetriebe bundesweit, aber auch in Bayern längst nicht mehr an den Flächentarif gebunden sind. Mit der Möglichkeit, Mitglied im Arbeitgeberverband ohne Tarifbindung („OT“) zu werden, haben die Arbeitgeber die Erosion von Flächentarifen eingeleitet und ihre tarifgebundenen Mitglieder dem Lohndumping ausgesetzt.


OT-Betriebe in der Tarifauseinandersetzung und im Streik!

Davor haben wir immer gewarnt und frühzeitig auf die fatalen Folgen hingewiesen. Dennoch haben wir auch in den OT-Betrieben das Thema Tarif und Lohnerhöhungen erfolgreich platziert. Fast 40 OT-Betriebe in Bayern wurden zu Lohnverhandlungen aufgefordert, keiner wollte allerdings mit uns darüber reden.

Inzwischen gab es in zwei OT-Betrieben Warnstreiks und völlig überzogene Reaktionen der Arbeitgeber. Ein Glück, dass die betroffenen Arbeitgeber in Führungspositionen beim vdmb sind! Dort können sie jetzt berichten, dass sie völlig unbeeindruckt sind von der Kampfeslust ihrer Belegschaften!

5 Verhandlungsrunden ohne Ergebnis. Es reicht!

Wir in Bayern wollen endlich Lohn- und Gehaltserhöhungen!

Wir in Bayern wollen die Wiederinkraftsetzung des Manteltarifvertrages!