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WIR bringen die Pressefreiheit

WIR bringen die Pressefreiheit

Die aktuelle Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD ist so unverbindlich gehalten, wie es für solche Papiere typisch ist. Besonders ins Auge sticht daher eine sehr konkrete Regelung. Eine Maßnahme zu Gunsten der deutschen Zeitungsverleger, ein Ergebnis gezielter Lobbyarbeit: als Arbeitgeber sollen die Zeitungsverlage um 10% bei den Rentenversicherungsabgaben entlastet werden (s. Seite 93). Und zwar bei den Mini-Jobbern unter den Zeitungsboten – also einem sehr großen Teil dieser Gruppe. Die Begründung für diese Maßnahme ist aus der Diskussion um den Mindestlohn noch gut bekannt: seit der Teilhabe der Zeitungszustellerinnen und -zusteller am gesetzliche Mindestlohn sei die Verbreitung von Presseerzeugnissen insbesondere auf dem Land so teuer geworden, dass dadurch die Pressefreiheit in Gefahr sei.

Wir Zeitungszustellerinnen und -zusteller bei ver.di fragen: und wer zahlt die Zeche? Mal wieder die Zeitungsboten mit geringeren Rentenansprüchen, die schon 3 Jahre Benachteiligung beim gesetzlichen Mindestlohn von 2015-2017 hinnehmen mussten? Oder vielleicht die Gemeinschaft der Versicherten bei der Deutschen Rentenversicherung, die dadurch geschädigt wird? Oder sogar die Mini-Jobber unter den Zeitungsboten selber, die dann durch 10%ige Abzüge vom Brutto-Lohn die Gewinnmaximierung beim eigenen Zeitungsverlag finanzieren sollen?

Wir Zeitungszustellerinnen und -zusteller bei ver.di stellen selbstbewusst fest: ohne uns gäbe es gar keine Pressefreiheit, denn ... (siehe Bild unten). Und dafür wollen wir nicht auch noch bestraft werden!

Protest Zeitungszusteller Ingo Heuer Protest Zeitungszusteller