Nachrichten

Sparen auf Kosten der Beschäftigten - die geforderte Öffnungsklausel …

Sparen auf Kosten der Beschäftigten - die geforderte Öffnungsklausel ist komplett unnötig!

31.01.2019 - Wie wir bereits informierten, will der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) mit Öffnungsklauseln ermöglichen, den Auszahlungszeitpunkt der Lohnsteigerungen um 6 Monate nach hinten zu verschieben. Dies solle Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten helfen. Der Manteltarifvertrag bietet allerdings derzeit schon einige Möglichkeiten, um Unternehmen in Schieflage zu unterstützen. Zusätzliche Öffnungsklauseln sind ein direkter Griff ins Portemonnaie der Beschäftigten und völlig unnötig!

Was will der HPV genau?

  1. Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten eines Unternehmens soll der Zeitpunkt der Auszahlungen der Lohnsteigerungen um 6 Monate nach hinten verschoben werden können. Diese Verschiebung soll automatisch und allein durch Mitteilung des Arbeitgebers an den Betriebsrat und ver.di in Kraft treten.

  2. Auch wenn keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten bestehen, dem AG die Umsatzrendite aber nicht hoch genug erscheint, verlangt der HPV noch einen zusätzlichen Weg die Lohnsteigerungen um 6 Monate nach hinten zu schieben. Dies dann allerdings unter Zustimmungsvorbehalt von ver.di.


Wir sagen: Lieber HPV - das ist komplett unnötig!

Der HPV fordert 5 Nullmonate! Das ist schon eine reichlich hohe Verschiebung der Lohnsteigerungen nach hinten! Dazu sollen zusätzlich noch 6 weitere Monate kommen können – also insgesamt 11 Monate spätere Auszahlung der Lohnsteigerungen!


Wir sagen: Lieber HPV - das ist völlig unverhältnismäßig!

Abgeschaut haben sich die Arbeitgeber diese Öffnungsklausel beim Tarifvertrag für die chemische Industrie. Was sie aber vergessen zu sagen ist, dass dort die Lohnsteigerung nur um 2 Monate verschoben werden kann – und zwar ohne vorherige Nullmonate!

Wir sagen: Lieber HPV – so wird das nichts!

Es gibt schon genug tarifvertragliche Möglichkeiten um Unternehmen in wirtschaftlichen Notlagen zu unterstützen!

Im Manteltarifvertrag gibt es schon Öffnungsklauseln für notleidende Unternehmen:

  • bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten kann der Entfall der Jahressonderzahlung und des zusätzlichen Urlaubsgeldes vereinbart werden.
  • die Auszahlung der Jahressonderzahlung kann um bis zu 3 Monate verschoben werden.
  • Bei Unterauslastung kann die Arbeitszeit befristet um bis zu 5 Stunden verkürzt werden.
  • Die Arbeitszeit kann befristet um bis zu 3 Stunden in der Woche verlängert werden.


Wir sagen: Lieber HPV – wozu wird jetzt noch eine zusätzliche Öffnungsklausel gebraucht?

Dies geht allein zu Lasten der Beschäftigten – die leisten aber schon ihren Anteil für Sicherheit und Zukunft!

 

Jetzt unsere Tarifforderungen unterstützen!

Durch deine ver.di-Mitgliedschaft!

Durch deine Beteiligung am Streik!