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Arbeitgeberangebot: Das ist nur die halbe Wahrheit!

Arbeitgeberangebot: Das ist nur die halbe Wahrheit!

18.01.2019 - Auf der aktuellen Veröffentlichung des Hauptverbandes Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) prangt in großen und fetten grünen Ziffern "4,6%". Versehen mit dem Zusatz, dass der Arbeitgeberverband ein attraktives Angebot vorgelegt hätte, welches ver.di abgelehnt hat. Richtig ist, dass ver.di dieses Angebot abgelehnt hat, der Rest der Verbandsveröffentlichung gehört wohl eher ins Reich der Fantasie.

Zur Sache:


Der HPV hat folgendes Lohnangebot abgegeben:

  • Erhöhung der Löhne zum 1. April 2019 um 2,5 Prozent (5 Nullmonate)
  • Erhöhung der Löhne zum 1. April 2020 um weitere 2,1 Prozent
  • Die Ausbildungsvergütungen sollen um monatlich 90 Euro steigen.
  • Laufzeit 26 Monate bis zum 31. Dezember 2020


Wie wirken die Lohnsteigerungen?

Rechnet man die 5 Nullmonate mit ein, liegt das Angebot für 2019 nur noch bei rund 1,8%! Und das bei einer für 2019 prognostizierten Preissteigerungsrate von 2%. Das bedeutet deutlich weniger Geld im Portemonnaie!
Für 2020 wird auch von einer Preissteigerungsrate um 2% ausgegangen. Auch dann würde also nicht viel übrig bleiben!

Wir sagen: Lieber HPV – ein echtes Plus geht ganz anders!

Wer die Leistungen der Beschäftigten wertschätzen will, muss schon ein bisschen mehr tun! Dicke Zahlen auf Verbandsveröffentlichungen, die dem genauen Blick nicht standhalten, reichen da nicht aus!

Wir sagen: Lieber HPV – Wertschätzung geht anders!

Mit Öffnungsklauseln will der HPV ermöglichen den Auszahlungszeitpunkt der Lohnsteigerungen um 6 Monate nach hinten zu verschieben. Dies solle Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten helfen. Der Manteltarifvertrag bietet allerdings derzeit schon Möglichkeiten, um Unternehmen in Schieflage zu unterstützen. Diese zusätzlichen Öffnungsklauseln sind ein direkter Griff ins Portemonnaie der Beschäftigten!

Wir sagen: Lieber HPV – wir leisten schon unseren Anteil für Sicherheit und Zukunft!

Welchen Schluss müssen wir aus dem Verhalten der Arbeitgeber ziehen?

Die Arbeitgebervertreter wollen die Beschäftigten scheinbar nicht ernst nehmen! Diesen Eindruck macht auf jeden Fall das vorliegende Angebot!  

Jetzt werden wir dem HPV bis zum nächsten Verhandlungstermin am 19. Februar in den Betrieben zeigen müssen, was wir von solchen Angeboten halten!

Das Verhalten des HPV provoziert weitere Streiks. Ohne die wird es in der nächsten Verhandlungsrunde nicht vorwärts gehen! Es liegt also im eigenen Interesse von Jeder und Jedem – beteiligt euch an den kommenden Streiks!

Jetzt unsere Tarifforderungen unterstützen!

Durch deine ver.di-Mitgliedschaft!

Durch deine Beteiligung am Streik!