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Weser-Kurier ohne eigenes Druckhaus

Weser-Kurier ohne eigenes Druckhaus

Die Bremer Tageszeitungen AG schließt Ende November 2020 ihre Druckerei und lässt den Weser-Kurier samt Nebenausgaben dann beim Druckhaus Delmenhorst drucken. Etwa 80 Festangestellte und rund 50 Bedarfsaushilfen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Schon seit Jahren war im Vorstand strittig, ob das Unternehmen in eine neue Druckerei investieren oder die Zeitungsproduktion auslagern sollte. Zur nun beschlossenen Fremdvergabe erklärte der Vorstand: »Der Druckmarkt ist seit Jahren hart umkämpft, rückläufige Auflagen führen zu Überkapazitäten und Preisverfall.« Daher sei ein eigener Druckerei-Neubau wirtschaftlich nicht sinnvoll. Der Betriebsrat nannte die Entscheidung »entsetzlich, einfach furchtbar«. ver.di warf dem Verlag vor, er habe jahrelang nicht investiert und keine externen Druckaufträge hereingeholt. In den Sozialplanverhandlungen müsse das Unternehmen nun »gute Bedingungen« für die Betroffenen schaffen und dafür Geld in die Hand nehmen. Das Druckhaus im benachbarten Delmenhorst will laut Bremer Tageszeitungen AG den neuen Auftrag zum Anlass für Investitionen nehmen. Ob neue Arbeitsplätze entstehen, scheint noch unklar. stg