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    Solidarität mit MM Graphia

    Solidarität mit MM Graphia

    Nachdem der Mayr-Melnhof-Konzern Anfang Mai ankündigte, die MM Graphia Bielefeld GmbH komplett schließen und alle über 200 Arbeitenden entlassen zu wollen, nahmen Betriebsrat und Geschäftsführung Gespräche zu Interessenausgleich und Sozialplan auf. Doch diese Verhandlungen scheiterten zunächst und es wurde die Einigungsstelle angerufen. Parallel hatte auch ver.di den Arbeitgeber zu Sozialtarifverhandlungen aufgefordert. Leider wurde in den Tarifverhandlungen vom Arbeitgeber nicht einmal ein Angebot über ein mögliches Sozialplanvolumen abgegeben, so dass auch diese Verhandlungen ebenfalls gescheitert waren, bevor sie richtig beginnen konnten. So kam es, dass am vergangenen Dienstag im Betrieb der erste Termin der Einigungsstelle stattfand während draußen die von ver.di zum Streik aufgerufenen Arbeitenden lautstark protestierten. Dabei erfuhren sie von Parteien und Gewerkschaften viel Unterstützung und Solidarität.

    Und jetzt bekommen sie Unterstützung von einem prominenten ehemaligen Auszubildenden des Betriebes: Frank Werneke, seit 2019 ver.di-Bundesvorsitzender und bei Graphia ausgebildeter Packmitteltechnologe (vormalige Bezeichnung Verpackungsmittelmechaniker), hat für Montag, 12.07.2021, seine Teilnahme bei einer weiteren Streikversammlung angekündigt. Die Versammlung soll um 10:00 Uhr beginnen.

    Diese Unterstützung dürfte den heute bei der Graphia Arbeitenden sehr willkommen sein, denn die innerbetriebliche Einigungsstelle wurde am 06.07.2021 ohne Ergebnis unterbrochen – sie wird am 15.07.2021 fortgesetzt.

    „Die Streikenden hoffen, dass das beeindruckende Zeichen, das sie schon am Dienstag setzen konnten sowie die Versammlung am Montag den Arbeitgeber zum Einlenken bewegen.“, sagt Dirk Toepper, ver.di NRW. „Möglicherweise reift auch bei den Konzernverantwortlichen die Erkenntnis, dass in dieser Belegschaft viel mehr Potential steckt, als der inzwischen entlassene ehemalige Geschäftsführer zu aktivieren im Stande war. Mindestens ein fairer Sozialplan mit einem angemessenen Volumen steht ihnen aber in jedem Fall zu.“