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Sozialplan und Sozialtarifvertrag erreicht

Prinovis Itzehoe

Sozialplan und Sozialtarifvertrag erreicht

Protest der Prinovis-Beschäftigten in Berlin Sebastian Drost Prinovis Protestaktion

05.06.2013 - Nach monatelangen Auseinandersetzungen und insgesamt acht Verhandlungsrunden wurde am 4. Juni ein Verhandlungsergebnis über Sozialplan und Sozialtarifvertrag für die von der geplanten Betriebsschließung in Itzehoe (Bertelsmann-Druckerei Prinovis) Betroffenen erzielt. Zwei Tage verhandelten Betriebsrat und die Gewerkschaft ver.di mit dem Management, begleitet von Aktionen der Beschäftigten. „Die Belegschaft hat erneut ihre Aktionsfähigkeit bewiesen“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Martin Dieckmann, „so dass schnell Bewegung in die Verhandlung kam“.



Vereinbart wurden unter anderem Mindestabfindungen in Höhe von 1,25 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr, weitere Zahlungen für Beschäftigte mit Kindern sowie Schwerbeschädigte und Ausgleichzahlungen für niedrige Abfindungen („soziale Komponente“), Regelungen für eine zwölfmonatige Transfergesellschaft und Weiterbeschäftigung an anderen Standorten der Unternehmensgruppe. Für die Beschäftigten des im Werk tätigen Leiharbeits- und Werkvertragsunternehmens konnte eine sechsmonatige Transfergesellschaft vereinbart werden. Ver.di hatte auch für sie Abfindungen gefordert. Hier zeigte sich Prinovis nicht verhandlungsbereit.



„Kein Sozialplan kann den ungeheuren Schaden, den diese Werkschließung anrichtet, ausgleichen“, sagte Martin Dieckmann zu dem Verhandlungsergebnis. Die im Vergleich zu anderen Sozialplänen hohen Abfindungen würden daran wenig ändern. Allerdings habe der hohe politische Druck, den die Beschäftigten mit ihren Aktionen aufgebaut hatten, zu diesem Ergebnis maßgeblich beigetragen. „Bertelsmann kam wohl nicht umhin, deutlich nachzugeben“, erklärte Dieckmann, „und das ist vor allem der besonderen Situation geschuldet: der Schließung einer solch großen Druckerei in einer wirtschaftlich strukturarmen Region."