Zeitungsverlage Bayern

Verleger sehen die Not ihrer Beschäftigten nicht

02.02.2024

ver.di-Tarifinfo

Tarifrunde Zeitungsverlage ohne neuen Termin festgefahren

Fünf Monate und fünf Verhandlungsrunden sind vorbei und nach wie vor gibt es in der Tarifrunde für die Beschäftigten in den Zeitungsverlagen keine Aussicht auf die längst überfällige Einkommenserhöhung. Auf ihr letztes Angebot vom Dezember haben die Vertreter/innen des vbzv diesmal 30 Euro draufgelegt, mehr sei keinesfalls möglich. Die Gehälter und Löhne der Beschäftigten wären damit nach zwei Jahren um gerade mal 150 Euro (!) gestiegen!

Zum Auftakt hatte eine Delegation der Streikenden aus dem Süddeutschen Verlag im Verhandlungslokal eindrücklich geschildert, wie groß die finanzielle Not der Beschäftigten inzwischen ist: die nach wie vor hohen Preise für Lebensmittel, Energie, unberechenbare Heizkosten usw. sind eine bleibende Belastung. Von Wertschätzung und einem ausreichenden Einkommen könne in den Zeitungsverlagen nicht mehr die Rede sein – gestreikt wurde deshalb auch in Aschaffenburg, Kempten und Nürnberg.

Das Verständnis der AG-Seite drückte sich im Anschluss leider nicht in Euro aus: statt 120 Euro Inflationsausgleichsprämie (IAP) wurden für 24 Monate nun 150 Euro angeboten, was im Mittel der Verlagsgehälter ca. 4 Prozent mehr bedeuten würde – also etwa halb so viel wie in allen anderen Branchen. So nicht!

Auch eine von ver.di angebotene Notlösung – eine zeitnahe Zahlung von 2400 Euro IAP für 2023/2024 und neue Verhandlungen noch in diesem Jahr, war nicht möglich. Die Arbeitgeberseite forderte dafür den Verzicht auf weitere Streiks bis Ende 2024. Das lehnte die Verhandlungskommission einstimmig ab. Man trennte sich ohne neuen Termin.

Die Beschäftigten sind dringend aufgefordert, sich gegen diese Zumutungen zu wehren!