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Verhandlungsauftakt: Unsere Forderungen sind berechtigt!

Verhandlungsauftakt: Unsere Forderungen sind berechtigt!

Die ver.di-Tarifkommission für die Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie (PPKV) fordert für die rund 100.000 Beschäftigten in der Papierverarbeitung 10,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, sowie für die Auszubildenden einen Festbetrag in Höhe von 150 Euro monatlich mehr. Diese Forderung ist das Ergebnis einer Beschäftigtenbefragung. Im Oktober und November 2022 wurden die Beschäftigten aus rund 100 Schwerpunktbetrieben der PPKV zu ihren Forderungen zur Tarifrunde befragt. Ihr habt in den Betrieben diskutiert, beraten und euch mit mehr als 20 Prozent der Beschäftigten an der Befragung beteiligt. Das Ergebnis ist eindeutig: Es braucht mehr Geld im Portemonnaie – viel mehr.

Seit vielen Jahrzehnten sind die Preise für Lebensmittel, Gas und Benzin nicht mehr so dramatisch gestiegen wie heute. Das betrifft insbesondere Arbeitnehmer*innen und ihre Familien besonders hart. Deswegen hat die ver.di-Tarifkommission sich beraten und Eure angemessenen Forderungen beschlossen. Auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten ist die Durchsetzung Eurer Forderungen kein Selbstläufer! Sie benötigt die Beteiligung von Jeder und Jedem! Denn eins ist klar: Eine solche Forderung kann nur durchgesetzt werden, wenn sich auch viele Kolleg*innen an der Tarifrunde beteiligen!

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Immer weniger im Geldbeutel

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts führte die Inflation im dritten Quartal 2022 zu einem realen (preisberei-nigten) Verdienstrückgang von 5,7 %. Das Amt stellte fest: „Die Inflation zehrte somit den Nominallohnanstieg auch im 3. Quartal 2022 mehr als auf. Damit mussten die Beschäftigten in Deutschland bereits im vierten Quartal in Folge einen Reallohnverlust hinnehmen, nachdem die Reallöhne bereits im 2. Quartal 2022 um 4,4 %, im 1. Quartal 2022 um 1,8 % und im 4. Quartal 2021 um 1,4 % gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal gesunken waren. Darüber hinaus handelt es sich um den stärksten sowie langanhaltendsten Reallohnrückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008.“ (Pressemittteilung vom 29.11.22)

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Die Häfen, der Luftverkehr…und jetzt ihr!

In den Häfen haben die Beschäftigten die Arbeitgeberseite im Sommer durch sehr wirkungsvolle Warnstreiks und große Demonstrationen unter Druck gesetzt. Das Tarifergebnis kann sich sehen lassen. ver.di berichtet: „Ab 1. Juli 2022 steigen die Entgelte in Vollcontainerbetrieben in der Ecklohngruppe 6 (inklusive Sonderzahlung und Pauschale) um 9,4 Prozent; in den konventionellen und Stückgut-Hafenbetrieben steigen sie in derselben Referenzlohngruppe (inklusive Sonderzahlung und Pauschale) um 7,9 Prozent. Ab 1. Juni 2023 erhöhen sich die Entgelte in den genannten Betriebsarten um jeweils weitere 4,4 Prozent. Sollte die Preissteigerungsrate darüber liegen, tritt eine Inflationsklausel in Kraft, die eine Preissteigerungsrate bis 5,5 Prozent ausgleicht. Für den Fall einer höheren Inflationsrate haben die Tarifparteien eine Verhandlungsverpflichtung, inklusive eines Sonderkündigungsrechtes, vereinbart.“

Im Luftverkehr konnte ver.di mit mehreren Abfertigungsunternehmen an verschiedenen deutschen Flughäfen in zügigen und ergebnisorientierten Verhandlungen sehr gute Tarifergebnisse für die Bodenbeschäftigten erzielen. Dabei wurden Tariferhöhungen von bis zu 26 Prozent und damit trotz hoher Inflation Reallohnzuwächse erreicht. Von den Tariferhöhungen profitieren mehr als 6.000 Beschäftigte deutschlandweit. So steigen die Löhne beim Passagierabfertigungsunternehmen Aviation Handling Services (AHS), das beispielsweise an den Flughäfen Düsseldorf, Hannover und Köln/Bonn operiert, zwischen 17 und 26 Prozent innerhalb der nächsten sechs Monate.

Das zeigt: In außergewöhnlichen Zeiten waren die Kolleg*innen bereit außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. In den Seehäfen streikten die Kolleg*innen erstmals seit 1954! und sie haben viel gewonnen. Das gleiche gilt nun für euch. Wer viel erreichen will, muss auch bereit sein neue Wege zu gehen. Jede Kollegin und jeder Kollege zählt!

Eine Einigung mit den Arbeitgebern wird ein hartes Stück Arbeit. Deswegen gilt:
Mitmachen! Mitglied werden!

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