Nachrichten

    Kündigung wegen Quarantäne „sittenwidrig“

    Kündigung wegen Quarantäne „sittenwidrig“

    Kündigung MG-AdobeStock Kündigung

     

    Einem Arbeitnehmer darf nicht gekündigt werden, weil er sich auf behördliche Anweisung in Quarantäne begibt. Das hat das Arbeitsgericht Köln klargestellt und die Kündigung für unwirksam erklärt. Der Mitarbeiter eines kleinen Dachdeckerbetriebs war im Herbst vergangenen Jahres vom Gesundheitsamt telefonisch in häusliche Quarantäne geschickt worden, weil er Kontakt mit dem Bruder seiner Freundin hatte, der positiv auf Covid-19 getestet wurde. Sein Arbeitgeber bezweifelte die Anordnung und argwöhnte, der Arbeitnehmer wollte sich lediglich vor der Arbeit drücken. Er verlangte eine schriftliche Bestätigung des Gesundheitsamts, die der Mann auch telefonisch bei der Behörde anforderte. Als dieser Nachweis nach mehreren Tagen immer noch nicht vorlag, kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis. Dagegen klagte der Mitarbeiter und bekam Recht. Das Arbeitsgericht sah die Kündigung als „sittenwidrig und treuwidrig“ an. Erschwerend kam seiner Auffassung nach hinzu, dass der Arbeitgeber den Mann ausdrücklich aufgefordert habe, entgegen der Quarantäneanweisung im Betrieb zu erscheinen. 

    Urteil vom 15. April 2021, 8 Ca 7334/20