All4Labels-Gruppe: Streik in Witzhave, Trittau und Gallin

23.03.2024

ver.di-Pressemitteilung

Enttäuschungen bei All4Labels-Gruppe führten in Witzhave, Trittau und Gallin zum Streik

Die Beschäftigten der All4Labels Hamburg GmbH & Co. KG sowie All4Labels Folienprint an den Standorten in Witzhave, Trittau und Gallin wollen seit längerer Zeit einen Haustarifvertrag. Nach zunächst vielversprechenden Zusagen des Arbeitgebers fiel das erste echte Angebot ernüchternd aus. Jetzt wurde gestreikt.

Mit Beginn der Nachtschicht am späten Donnerstagabend wurde der Betriebsablauf an allen drei Standorten empfindlich gestört. Viele Beschäftigte sind dem Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di gefolgt. Hintergrund sind Verhandlungen zu einem Haustarifvertrag für die All4Labels-Gruppe. Zeitgleich wurde an bundesweit vier Standorten, beginnend mit der Nachtschicht von Donnerstag auf Freitag für 24 Stunden gestreikt.

Die Beschäftigten fordern seit längerem eine branchenübliche Bezahlung, die über eine Anerkennung der Regelungen aus den Flächentarifverträgen (der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie kurz PPKV) erreicht werden soll. Der Arbeitgeber hatte zunächst mehrfach seine Bereitschaft zugesagt, ein erstes Angebot aber immer weiter hinausgezögert. Erst beim letzten Verhandlungstermin am 20. Februar wurde ein Vorschlag präsentiert, der aber alle Angestellten vollkommen ausklammert. Außerdem ist nur eine stufenweise Angleichung erst ab 2025 und bis ins Jahr 2028 vorgesehen, bei der auch noch viele bisherige Zahlungen verrechnet werden sollen.

„Wir sollen unseren Tarifvertrag selbst bezahlen“, macht ein Streikender seinem Ärger Luft, „und das, obwohl eine sofortige Angleichung wirtschaftlich darstellbar wäre.“
„Tatsächlich ist der Konzern im Branchenumfeld sehr gut aufgestellt, die Löhne sind aber zum Teil weit unter Tarif und der guten Arbeit, die hier geleistet wird, oft nicht angemessen. Das Angebot ist vor diesem Hintergrund mehr als enttäuschend“, bestätigt Jürgen Krapf, zuständiger Gewerkschaftssekretär für die PPKV in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.