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Prinovis will Tiefdruckstandort Dresden schließen

Prinovis will Tiefdruckstandort Dresden schließen

Am Donnerstag (18.11.) informierte die Geschäftsleitung Betriebsrat und Beschäftigte, dass der Betrieb Ende 2022 eingestellt werden soll. Damit würden 470 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Betrieb schreibe rote Zahlen. Gedruckt werden in Dresden Zeitschriften und Kataloge in hoher Auflage.

Prinovis kündigte an, „umgehend in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen einzutreten, um auf Grundlage des bestehenden Vorratssozialplan zeitnah einen Interessenausgleich zu vereinbaren.“  Dabei sei es erklärtes Ziel des Managements, sozialverträgliche Lösungen zu finden und den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schnellstmöglich Gewissheit über die Rahmenbedingungen und den weiteren Ablauf zu geben. Dirk Kemmerer, CEO der Bertelsmann Printing Group versicherte: „Wir sind uns unserer Verantwortung für die Belegschaft in Dresden bewusst und werden zu den Verpflichtungen stehen, die sich aus dem vorhandenen Vorratssozialplan ergeben.“ 

Die Entscheidung sei ihnen sehr schwer gefallen, erklärte Prinovis-Geschäftsführer Niklas Darijtschuk, „aufgrund der gegenwärtigen und prognostizierten wirtschaftlichen Situation des Standorts ist sie jedoch unumgänglich. Die negative Marktentwicklung hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere bei der Nachfrage nach Druckprodukten im klassischen Tiefdrucksegment für hochauflagige Kataloge sowie Zeitschriften und Supplements bemerkbar gemacht, die überproportional gesunken ist.“ 

Die Dresdner Beschäftigten, die wenige Wochen vor Weihnachten mit dem drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze konfrontiert werden, können die Mitteilung von Prinovis-Eigner Bertelsmann über gute Geschäftszahlen des Mutterkonzerns nur bitter zur Kenntnis nehmen: Am 4. November verkündete Bertelsmann stolz, dass sie „nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2021 einen positiven Geschäftsverlauf sowie ein starkes Wachstum“ verzeichnen. Der Umsatz liege nach dem dritten Quartal bei 13,1 Milliarden Euro, es gebe ein organisches Wachstum von 14,2 Prozent im Vorjahresvergleich und 8,4 Prozent gegenüber Vor-Corona-Niveau. Die Prognose für das Gesamtjahr hob Bertelsmann an.