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ver.di Nord kritisiert Druckereischließung von Madsack in Lübeck

ver.di Nord kritisiert Druckereischließung von Madsack in Lübeck

ver.di-Pressemitteilung


05.02.2021 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) kritisiert die Entscheidung des Madsack-Konzerns, die Druckerei der Lübecker Nachrichten schließen zu wollen.

Der Medienstandort Lübeck, insbesondere die Rolle der Lübecker Nachrichten, wird aus Sicht der Gewerkschaft ver.di immer weiter geschwächt und gute Arbeitsplätze vernichtet.

„Es ist schon unverfroren wie der Konzern die Beschäftigten am Standort des Traditionshauses der LN behandelt“, so Jürgen Krapf, zuständiger Gewerkschaftssekretär von ver.di Nord.

„Der Konzern hat aus heiterem Himmel die Belegschaft und den Betriebsart vor vollendete Tatsachen gestellt und dabei auch die Rechte des Betriebsrats missachtet. Es ist eine bodenlose Unverschämtheit, wie hier mit den Menschen umgegangen wird. Ohne die Möglichkeit von Gesprächen im Vorwege wird in eiskalter Art die Tatsache der Schließung verkündet“, so Krapf.

Aus Sicht von ver.di verfolgt der Konzern mit dem Prinzip der Schreckensherrschaft eine gnadenlose Agenda. Unter der Führung von Madsack bleiben damit maximal noch 180 Arbeitsplätze von einst 380 übrig. Abgebaut, geschlossen oder ausgelagert wurden bereits: Buchhaltung, Telefonzentrale/Servicecenter, Anzeigensatz, Anzeigenproduktion, Blattplanung, IT, elektronische Bildverarbeitung, und die Pförtnerei. Dazu kommt ein massiver Stellenabbau in der LN-Redaktion, die Schließung eines Großteils der LN-Geschäftsstellen und jetzt noch die Schließung des Druckstandortes Lübeck.

„Wie viele Hiobsbotschaften sollen den Beschäftigten der Lübecker Nachrichten noch zugemutet werden? Warum weigert sich der Konzern Lösungen mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat zu finden, und stellt sie vor vollendete Tatsachen? Wie soll der Qualitätsanspruch als führende Tageszeitung der Hansestadt und im Umland so erhalten werden? Das ist schlicht knallharter Kapitalismus, dem letztendlich wieder einmal die Beschäftigten zum Opfer fallen,“ so Jürgen Krapf weiter.

ver.di fordert vom Konzern Antworten, um den Standort Lübeck zukunftsfähig zu erhalten.

Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten geprüft, um den Erhalt von so vielen Arbeitsplätzen wie möglich zu gewährleisten, wenn notwendig auch durch die Verhandlung eines Sozial-Tarifvertrages, zu der ver.di auffordern wird. Der Konzern darf sich nicht aus der sozialen Verantwortung stehlen.