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    Schlechte Chancen auf Rente wegen Erwerbsminderung

    Schlechte Chancen auf Rente wegen Erwerbsminderung

    Erwerbsminderung Halfpoint - stock.adobe.com Erwerbsminderung

     

    Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, darf theoretisch Rente wegen Erwerbsminderung beantragen. Doch die Chancen auf eine Bewilligung sind nicht sehr hoch, wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion zeigt: Jedes Jahr werden zigtausende Anträge abgelehnt. Im vergangenen Jahr scheiterten 42,2 Prozent der Menschen mit ihrem Antrag. Konkret wurden 154.000 Anträge abgelehnt und 185.000 Neuanträge bewilligt. Der Anteil der Ablehnungen bewegt sich seit rund 20 Jahren auf ähnlich hohem Niveau.

    Sabine Zimmermann von der Linksfraktion fordert, dass er Zugang zu Erwerbsminderungsrenten erleichtert werden muss. „Es kann nicht sein, dass jede*r zweite weggeschickt wird“, betont die Abgeordnete. „Menschen, die sich kaputt gearbeitet haben, müssen abgesichert aus dem Erwerbsleben ausscheiden können und Zugang zu auskömmlichen Versicherungsleistungen erhalten.“

    Durchschnittlich liegen ihren Angaben zufolge aktuell alle Erwerbsminderungsrenten unter der Armutsgefährdungsgrenze von 1.074 Euro im Jahr 2019 für einen Einpersonenhaushalt – „und das ist ein echter Skandal“, so Zimmermann. Grundsätzlich seien Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente geboten. Die Schritte der Koalition seien nicht ausreichend. Insbesondere die Abschläge müssten abgeschafft werden, sagt die Linken-Politikerin. „Sie sind ungerecht, denn niemand wird freiwillig krank.“ Außerdem müsse das Rentenniveau wieder angehoben werden, auf mindestens 53 Prozent.

    Die durchschnittlichen Beträge der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Rentenzugang lagen 2020 bei 882 Euro, 524 Euro wegen teilweiser Erwerbsminderung und 936 Euro wegen voller Erwerbsminderung.