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    Zeitschriftenverlage Bayern: Wertschätzung sieht anders aus

    Zeitschriftenverlage Bayern: Wertschätzung sieht anders aus

    ver.di-Tarifinfo

    29.03.2021 - Unser „Friedensangebot“ haben sie ausgeschlagen, die Arbeitgeber im Verband der bayerischen Zeitschriftenverlage, denn sie hatten für ihre Beschäftigten schon im Frühsommer 2020 weder ein bisschen Geld noch ein bisschen Freizeit übrig. ver.di wollte damals im ersten Corona-Lockdown wahlweise den Inflationsausgleich, eine Einmalzahlung oder alternativ ein paar zusätzliche freie Tage für die Beschäftigten. Ein befriedender Kompromiss war jedoch nicht möglich. Die Tarifkommission von ver.di mußte somit den Entgelttarif kündigen und beschloss eine Forderung von 4,5 % für 12 Monate. Bei der ersten Verhandlungsrunde gab es heute wahrlich ein miserables Angebot: eine magere Einmalzahlung und wenn selbst dafür das Geld nicht reicht, gibt es sage und schreibe 1 (in Worten: einen) zusätzlichen Urlaubstag.

    Die Verhandlungskommission von ver.di rieb sich die Augen: Und das soll es gewesen sein? Die Arbeitgeber verbrachten viel Zeit damit das Elend der Verlage (von Umsatzverlusten bis zum Preis der Masken und Schnelltests) in düsteren Farben zu beschreiben. Nach ver.di-Erkenntnissen war Kurzarbeit in der Branche nur wenig verbreitet: “Da hat es andere Bereiche weitaus härter getroffen.“ Der Vorschlag des vzb: ein Einmalbetrag, der sich an der Höhe der Einkommen orientiert – die untersten  Entgeltgruppen  bekämen somit am wenigsten - und in etwa zwischen 100 und bestenfalls 240 Euro liegen würde.

    Mit diesem Almosen wollen sich die Arbeitgeber des vzb bei ihren Belegschaften für deren Einsatz in schwierigen Zeiten bedanken? Sieht so Wertschätzung aus? Der magere Betrag, um die Steuern gekürzt, muss dabei nicht nur das komplette Tarifjahr 2021 abdecken, sondern auch die 11 Nullmonate seit April 2020 vergessen machen. Auf gar keinen Fall akzeptabel, sagte ver.di dazu:“ Wir wollen einen angemessenen Ausgleich für die letzten 11 Monate und eine nachhaltige Erhöhung für nächsten 12 Monate. Corona ist nicht nur für die Arbeitgeber belastend, es ist auch für die Beschäftigten eine Zumutung.“ 

    Auf Arbeitgeberseite gibt es nun Beratungsbedarf, die Tarifvertragsparteien haben sich auf einen späteren Termin – vermutlich erst im Juli – vertagt.

    www.mitgliedwerden.verdi.de