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Tarifverhandlungen für Papierverarbeitung sind festgefahren - "Mickriges Lohnangebot, lange Laufzeit, sieben Nullmonate"

ver.di-Pressemitteilung

23.02.2021 - Die Tarifverhandlungen für die rund 100.000 Beschäftigten der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie sind festgefahren. Auch die dritte Verhandlungsrunde in Berlin blieb am Montagabend (22. Februar) ohne Ergebnis. „Lange Laufzeit, niedrige Lohnerhöhungen, fünf Monate ohne mehr Geld im ersten Jahr, dazu eine mickrige Erhöhung und zwei weitere Nullmonate im zweiten Jahr - das sind keine Grundlagen für ernsthafte Verhandlungen", sagte ver.di-Verhandlungsführer Andreas Fröhlich.

Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) weigerte sich erneut, ein von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gefordertes Angebot mit einer kurzen Laufzeit vorzulegen. „Wir müssen in dieser unsicheren Zeit auf Sicht fahren, während die Arbeitgeber offensichtlich die Krise ausnutzen wollen, um besonders billig davon zu kommen“, erklärte Fröhlich.

ver.di fordert eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,8 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Der HPV bot zuletzt 1,1 Prozent ab dem 1. Juli 2021 und weitere 1,3 Prozent ab 1. April 2022 mit einer Laufzeit vom 1. Februar 2021 bis 31. Januar 2023 an. Bereits im Vorfeld der dritten Verhandlung kamen deutliche Signale aus dem Betrieben. So forderten mehr als 1.000 ver.di-Mitglieder aus NRW in einer Unterschriftensammlung ein verhandlungsfähiges Angebot vom HPV.

Die Verhandlungen wurden auf den 26. März 2021 in Berlin vertagt.