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Betrifft CPI/Circle Media: Aufruf von Uni Europa Grafik & Verpackung

Betrifft CPI/Circle Media: Aufruf von Uni Europa Grafik & Verpackung

Der Aufruf der UNI Europe geht alle in den Printmedien an – eine unsägliche Entwicklung quer durch Europa: Eine undurchsichtige Investorengruppe hat mittlerweile so viel Kapazität aufgekauft, dass der Gesamtumsatz bei bis zu 900 Millionen € liegt, mehr als der Bertelsmann-Druckbereich weltweit! Zuletzt hat diese Gruppe (Circle Media Group) CPI, den Verbund von Buchdruckereien, aufgekauft – darunter Clausen & Bosse in Norddeutschland und Spiegel & Ebner in Ulm.

Chronische Liquiditätsprobleme führen dazu, dass z.B. in Spanien Lohnauszahlungen schon seit einem halben Jahr ausbleiben. Die Investorengruppe weigert sich, ihre Geschäftsverbindungen offenzulegen, unter dem Stichwort „Konsolidierung“ wird mit Insolvenzen gehandelt, auch wirtschaftlich starke Standorte können so schnell in Gefahrenzonen geraten.

Vereinbart haben die in den Betrieben der CMG aktiven Gewerkschaften ein Vorgehen jeweils auf europäischer, aber auch nationaler und regionaler Ebene. Das wird in den nächsten Monaten vorangetrieben.

 

Aufruf der UNI Europe

Auf einer Dringlichkeitssitzung haben die Gewerkschaften der Unternehmen der Circle Media Group[1] auf eine mehr als besorgniserregende Situation in jedem Unternehmen hingewiesen.

Die Circle Media Group, ein europäischer Marktführer im Bereich des Drucks von Zeitschriften, Büchern, Werbematerialien und Katalogen, hat einen Akquisitionsfeldzug gestartet, ohne über die finanziellen Mittel zur Umsetzung ihrer Strategie zu verfügen.

Die Liquidation der belgischen Druckerei Charleroi unter unannehmbaren Bedingungen steht im Einklang mit den unorthodoxen Praktiken des zypriotischen und luxemburgischen Aktionärs oft außerhalb der Gesetze der verschiedenen Länder, in denen sich die Druckereien befinden.

Verspätete Gehaltszahlungen, Personalabbau, Nichtzahlung von Papier- und Druckfarbenlieferanten, Probleme mit Banken und Factoring - die Liste der nicht eingehaltenen Zahlungsverbindlichkeiten der Unternehmensleitung ist lang. Dazu kommt eine Überschuldung, die immer öfter zum Konkurs vieler Industriestandorte führt.

Da sich diese Situation in jedem Land abzeichnet, müssen wir gemeinsam eine soziale Front gegen diese Entwicklung aufbauen..

Die völlige Intransparenz der Finanzströme und der Wirtschaftslage der Unternehmen und des Konzerns veranlassen die Gewerkschaften und ihren europäischen Verband Uni Europa Grafik & Verpackung, die europäischen und nationalen Behörden einzuschalten..

In dieser mehr als alarmierenden Situation über die Zukunft der Druckereistandorte und der dort tätigen Mitarbeiter/innen entscheiden die Gewerkschaften:

  1. Einrichtung einer gemeinsamen Plattform für den Informationsaustausch und die Veröffentlichung aller wirtschaftlichen und strategischen Informationen für jedes Unternehmen und jedes Land;
  2. Weiterleitung dieser Erklärung an alle Mitarbeiter/innen des Konzerns zum gleichen Zeitpunkt und auf nationalen Pressekonferenzen;
  3. Beschwerden bei den Behörden über die Situation unter Vorlage  von Informationen über den Ernst der Lage.
  4. Maßnahmen zur Verstärkung der Solidarität zwischen den Arbeitnehmer/innen des Konzerns ergreifen, indem diese sich gegenseitig über veränderte Arbeitsauslastungen und Finanzströme informieren, die ihnen bekannt werden;
  5. Schließlich sollte so bald wie möglich ein Europäischer Betriebsrat gemäß den gesetzlichen Vorschriften der EU eingerichtet werden.

Die Gewerkschaften fordern eine umfassende Mobilisierung, um Katastrophen zu vermeiden, wie sie die Belegsachaft von Charleroi erlebt hat.

 

Geschehen zu Brüssel am 26. Februar 2019



[1] Circle Media Group ist die Bezeichnung für das neue Unternehmen, das 2017 nach dem Zusammenschluss von Media Printers und Roto Smeets entstanden ist. 2018 hat die Circle Media Group mehrere Unternehmen übernommen, darunter Corello Printing, die CPI Group und Körner Druck. Heute hat die Circle Media Group Niederlassungen in 10 europäischen Ländern und beschäftigt mehr als 5.000 Arbeitnehmer/innen