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    Eine Katastrophe für die ganze Region

    Prinovis Itzehoe

    Eine Katastrophe für die ganze Region

    06.02.2013 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Pläne des Bertelsmann-Konzerns, die Prinovis-Tiefdruckerei in Itzehoe zu schließen, scharf kritisiert. "Insgesamt mehr als 1.000 Beschäftigte und ihre Familien, darunter mehr als 300 Leiharbeiter und Werkvertragsarbeitnehmer, werden zum Opfer einer unverantwortlichen Unternehmensstrategie", kritisierte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Die vom Management angekündigte Schließung der Druckerei sei für die strukturschwache Region Itzehoe eine soziale Katastrophe.  

    "Die Mehrheitsgesellschafter um Bertelsmann-Besitzerin Liz Mohn und auch die Minderheitsgesellschafter um Friede Springer werden erklären müssen, wie sie angesichts ihrer Milliardenvermögen diesen Kahlschlag verantworten können", so Werneke. Der Slogan des Konzerns, 'Bertelsmann erleben!',  bekomme für die Betroffenen einen sehr bitteren Klang. Wenn das Bertelsmann-Management glaube, es könne diesen Standort einfach abwickeln, habe es die Rechnung ohne die Menschen gemacht. "Soziale Verantwortung ist nicht nach Marktpreisen verhandelbar", betonte der ver.di-Vize.  

    Die ver.di-Mitglieder bei Prinovis in Itzehoe haben nach dem Scheitern der Gespräche mit der Geschäftsführung die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag beschlossen, auch für Leih- und Werkvertragsarbeiter.  

    Prinovis ist ein Tochterunternehmen von Bertelsmann, an dem die Axel Springer AG als Minderheitsgesellschafter beteiligt ist.