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    Sozialplanverhandlungen bei den G+J-Wirtschaftsmedien gescheitert

    Gruner + Jahr

    Sozialplanverhandlungen bei den G+J-Wirtschaftsmedien gescheitert

    Zeitschriftenständer Werner Bachmeier Zeitschriften  – Zeitschriften

    05.02.2013 - Die Verhandlungen über einen Sozialplan für die rund 350 Mitarbeiter der Financial Times Deutschland sowie der Magazine Capital, Impulse, Business Punk und Börse Online sind vorerst gescheitert. Wie der Betriebsrat der G+J Wirtschaftsmedien am Dienstag mitteilte, haben die Arbeitgebervertreter sich nach ersten Einigungen in der Hauptsache unbeweglich gezeigt.

    So beharre Gruner + Jahr darauf, den Mitarbeitern lediglich ein halbes Monatsgehalt je Beschäftigungsjahr an Abfindung zu zahlen. Ein weiteres halbes Monatsgehalt soll es nur geben, wenn die Gekündigten auf eine Kündigungsschutzklage verzichten. Der Arbeitgeber lehne es auch strikt ab, allen Mitarbeitern einen fixen Abfindungs-Sockelbetrag und älteren Mitarbeitern eine höhere Abfindung zu zahlen. Außerdem sollen nach den Vorstellungen des Arbeitgebers maximal zwölf Jahre Betriebszugehörigkeit für die Abfindung anerkannt werden.

    Da die Arbeitgebervertreter darüber nicht einmal verhandeln wollten, hat der Betriebsrat nun die Einigungsstelle angerufen. Es handelt sich dabei um ein gesetzliches Verfahren, in dem ein Arbeitsrichter versucht, zwischen den Parteien zu schlichten. Bei einem Patt entscheidet die Stimme des Richters, das Ergebnis ist für die Beteiligten bindend.

    Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Anke Schulz zeigte sich enttäuscht über den Verhandlungsstand. „Gruner + Jahr wird seiner sozialen Verantwortung damit nicht gerecht, und das in der schlimmsten Medienkrise seit Bestehen der Bundesrepublik“, sagte sie. Die mehr als 350 Redakteure, Layouter, Bildredakteure und Verlagsmitarbeiter werden bei der angespannten Lage auf dem Medien-Arbeitsmarkt nicht sofort wieder einen Job finden, sagte sie weiter. „Gruner + Jahr hat hier besondere Verantwortung.“ Das aktuelle Angebot reiche nicht an frühere Sozialpläne heran, die Gruner + Jahr geschlossen hat.

    Das Ende der Financial Times Deutschland hat die schlimmste und größte Entlassungswelle in der Geschichte des Medienhauses ausgelöst. Gruner + Jahr hat 2011 einen operativen Gewinn von 233 Mio. Euro vor Steuern und Zinsen verbucht. Das entspricht einer Umsatzrendite von zehn Prozent. Die Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor.