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Beschäftigte in Bayern wollen 5 % mehr - Drucker streiken für …

Beschäftigte in Bayern wollen 5 % mehr - Drucker streiken für Tarifabschluss

ver.di-Pressemitteilung

24. Januar 2019 - Das neue Jahr und die alten Probleme: in den bayerischen Druckbetrieben wird in diesen Tagen der Arbeitskampf wieder aufgenommen. Nach wie vor kämpfen die Beschäftigten in den Druckereien, darunter auch Zeitungsbetriebe, um eine Einkommenserhöhung von fünf Prozent für Gewerbliche, Angestellte und Auszubildende und um die Wiederinkraftsetzung des Manteltarifvertrags, der vom Arbeitgeberverband zum Herbst 2018 gekündigt wurde.

Bereits Ende November wurden die Verhandlungen auf der Bundesebene ohne Ergebnis beendet und bis heute zeichnet sich nicht ab, dass es hier zu einer konstruktiven Fortsetzung der Verhandlungen und einem Abschluss in Sachen Lohn- und Manteltarifvertrag kommen könnte. Der Fachbereich Medien, Kunst und Industrie bei ver.di Bayern hat deshalb den bayerischen Arbeitgeberverband Druck (vdmb) noch vor Jahreswechsel zu Verhandlungen auf Länderebene aufgefordert. „Wenn die Tarifverträge der Druckindustrie, die ein Urgestein der Tarifhistorie in unserem Land sind, auf Bundesebene nicht mehr möglich sind, müssen wir versuchen, den Flächentarifvertrag wenigstens auf Landesebene zu erhalten“, erklärte Fachbereichsleiterin Christa Hasenmaile.

Mittlerweile kann ver.di auch fast 40 Betriebe, die beim Arbeitgeberverband eine sogenannte Mitgliedschaft ohne Tarifbindung („OT“) eingegangen sind, in die Auseinandersetzung einbeziehen. Hasenmaile: “Wir haben diese Betriebe zu Lohnverhandlungen aufgefordert, weil die Einkommen bei vielen Beschäftigten teils seit Jahren stagnieren.“ Da keiner der OT-Betriebe zu Verhandlungen mit ver.di bereit ist, besteht auch dort keine Friedenspflicht mehr.

„Bei den Streiks, die jetzt beginnen und ausgeweitet werden, werden wir auch Belegschaften, die keinerlei Tarifschutz mehr haben, zum Streik aufrufen,“ kündigte Christa Hasenmaile an. Es sei besonders bedauerlich, so Hasenmaile, dass auf der Bundesebene bis heute nicht einmal ein Lohnabschluss für alle Länder möglich sei: “Das wäre die letzte Chance, zwischen Flensburg und Garmisch wenigstens für gleiche Löhne zu sorgen.“

Den Auftakt der neuen Streikwelle machte am heutigen Donnerstag das Main-Echo in Aschaffenburg, weitere Betriebe werden diesem Beispiel folgen.