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ver.di kritisiert die Rolle von Axel Springer

Prinovis Itzehoe

ver.di kritisiert die Rolle von Axel Springer

Protest der Prinovis-Beschäftigten in Berlin Sebastian Drost Prinovis Protestaktion

28.02.2013 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Rolle von  Axel Springer bei der geplanten Schließung der Prinovis-Druckerei in Itzehoe scharf kritisiert. "Axel Springer hat diese Schließung mit beschlossen, ist aber nicht bereit, auch nur einen Cent für die Folgen aufzubringen. Selten hat man ein Unternehmen erlebt, das so dreist für seine Handlungen nicht einsteht und die Verantwortung für  das eigene Handeln auf andere abwälzt", sagte ver.di-Vize Frank Werneke.  

Am 6. Februar hatte das Management von Prinovis die für Sommer 2014  geplante Schließung der Druckerei in Itzehoe den Beschäftigten  gegenüber verkündet. Betroffen sind insgesamt mehr als 1.000  Beschäftige, davon mehrere Hundert Leiharbeiter und Beschäftigte von  Werkvertragsunternehmen. Prinovis ist ein Joint-Venture von  Bertelsmann und Axel Springer. Axel Springer ist zu 25,1 Prozent  Minderheitsgesellschafter. "Bertelsmann hat die Federführung, aber  Axel Springer hat zugestimmt - nun muss auch dieser reiche Konzern  für die Folgen einstehen", unterstrich Werneke. 

Werneke begrüßte die Resolution der Betriebsversammlung bei Prinovis  Ahrensburg, der ehemaligen Springer-Tiefdruckerei. "Unvorstellbar, Axel Springer würde sich auf Verträge mit Prinovis berufen, wenn es  sich um die ehemalige Springer-Tiefdruckerei in Ahrensburg handelte", so Werneke. Die Resolution der Beschäftigten bei Prinovis Ahrensburg  bringe es auf den Punkt: "Verantwortung für das eigene Handeln  übernehmen, sich nicht davon stehlen - das ist das, was Anstand und  Fairness gebieten", forderte der ver.di-Vize. 

In einer Resolution hatten sich die Beschäftigten von Prinovis  Ahrensburg am 28. Februar mit der Forderung an Friede Springer und  den Vorstand von Axel Springer gewandt: "Stehen Sie ein für das, was  Sie getan haben - stehlen Sie sich nicht davon!" Sie erklärten  zugleich ihre Unterstützung für ihre Kolleginnen und Kollegen in  Itzehoe.