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ver.di-DruckerTage 2021

ver.di-DruckerTage 2021

Nach einjähriger coronabedingter Pause konnten die ver.di-DruckerTage 2021 wieder im Bunten Haus in Bielefeld stattfinden, selbstverständlich unter der Einhaltung von Abstandsregeln und durchgeführten Coronatests. Sie standen diesmal unter dem Motto: "Wir stärken unsere Abwehrkräfte - Union Busting, Corona und die Folgen."

Von Jan Schulze-Husmann

 

Dem Organisationsteam war es gelungen, dazu Werner Rügemer und Richard Detje als Referenten zu gewinnen. Werner Rügemer skizzierte in seinem Vortrag die Entstehung der "Methode" Union Busting, als systematische Gewerkschaftsbekämpfung in den USA und deren "Export" nach Deutschland. Parallel mit dem Einzug von US-Investoren auf dem deutschen Markt, wurde auch das Union Busting gegen vermeintlich unliebsame Betriebsräte in Deutschland verstärkt zum Einsatz gebracht. Rügemer stellte hier die handelnden Akteure und die von ihnen angewandten Methoden vor. Im Bereich Union Busting agieren Netzwerke aus Anwaltskanzleien, Unternehmensberatern und Detekteien. Oft geht es darum, die betroffenen Kolleg*innen mürbe zu machen und zur Aufgabe ihrer Betriebs- und/oder Gewerkschaftstätigkeit zu zwingen. Auch vor Gesetzesverstößen und kriminellen Methoden wird dabei häufig nicht zurückgeschreckt. Obwohl hier ein düsteres Szenario skizziert wurde, ist Aufklärung ein Anfang, um die Anwendung derartiger Vorgehensweisen zu verhindern.

Richard Detje beschrieb in seinem Beitrag die Auswirkungen der Coronakrise auf die Betriebe. Grundlage war hierfür eine Befragung von Betriebs- und Personalrät*innen im Sommer 2020. Er wies eingangs darauf hin, dass durch Corona die Krise in vielen Betrieben verstärkt wurde. Im Weiteren wurden die Folgen der Einführung von Kurzarbeitergeld in einzelnen Branchen dargestellt. Die Einkommenseinbußen trafen hier vor allem Betriebe ohne Interessensvertretung. Die neue Bedeutung von "Mobiler Arbeit und Homeoffice" und daraus resultierende Konflikte bildeten einen weiteren Teil seines Vortrags. Anhand von Beispielen aus der betrieblichen Praxis wurde auch der Umgang mit dem Infektionsschutz geschildert, den Detje als "ein umkämpftes Terrain" charakterisierte. Zu den genannten Themen berichteten die Teilnehmer*innen von ihren Erfahrungen, die diese in drei Arbeitsgruppen besprochen hatten. Mit dem Zitat "Es gibt eine Alternative: Demokratisieren wir die Unternehmen… hören wir auf, Menschen als Ressourcen zu behandeln - damit wir uns gemeinsam um die Erhaltung des Lebens auf diesem Planeten kümmern können" des französischen Ökonomen Thomas Piketty, gab Detje seinem Referat einen hoffnungsstimmenden Ausklang.

Nachdem am Samstagabend das Duo "Nah Dran" für gute Stimmung unter den Teilnehmenden sorgte, fand am Sonntagvormittag eine Führung über die Grabstätten sowjetischer Soldaten im ehemaligen deutschen Kriegsgefangenenlager Stukenbrock statt. Elfriede Haug von der Initative "Blumen für Stukenbrock" schilderte anschaulich den Leidensweg der sowjetischen Kriegsgefangenen und das permanente Ringen der Initiative gegen das Vergessen der Naziverbrechen. Die Führung war ein würdiger Abschluss der 15. ver.di-DruckerTage.

Die 16. ver.di-DruckerTage finden vom 10.6. -12.06.2022 wieder im ver.di Bildungszentum Das Bunte Haus in Bielefeld statt.